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Die Importe von gepfeffertem Rinds- und Kalbfleisch sind erst seit letztem Dezember massiv angestiegen. Gemäss Bundesamt für Landwirtschaft wurden seit Jahresbeginn bis 10. März gegen 220 Tonnen gepfeffertes Kalb- und Rindfleisch importiert.
Pfeffer abwaschen
Angesichts der Verkaufsoffensiven muss sich niemand wundern, wenn die Importe noch weiter ansteigen werden: Letzte Woche verteilte die Migros-Tochter Mérat, welche Restaurants und Kantinen beliefert, Flugblätter, in denen der neue EU-Pfeffer-Hit als preisgünstiges Fleisch angeboten wird. «Der Pfeffer lässt sich nach dem Auspacken gut entfernen» und «solange diese Lücke besteht, sollen alle profitieren», wird das Vorgehen den Wirten schamlos angepriesen.
Das ist jedoch erst der Anfang: Der Abholmarkt Prodega verkauft ab heute ebenfalls gepfeffertes Rind- und Kalbfleisch aus der EU. «Wir können diesem Import nicht mehr länger tatenlos zusehen, sonst verlieren wir unsere Kunden», erklärt Adrian Schärz, zuständig für den Fleischeinkauf des grössten Gastroanbieters Prodega/Growa. «Uns wäre am liebsten, wenn dieser Zolllücke so schnell als möglich der Riegel geschoben würde, denn primär wollen wir Schweizer Fleisch verkaufen. Dieses Vorgehen ruiniert die gesamte Schweizer Fleischwirtschaft», sagt Schärz.
Speiseöl auch betroffen
Doch nicht nur beim Fleisch werden Zolllücken von den Händlern schamlos ausgenützt. Auch beim Speiseöl wird den Gastronomen seit einiger Zeit von der BudgetClub AG in Muttenz Öl angeboten, das eigentlich für die industriellen Hersteller von Saucen und Mayonnaise bestimmt ist und deshalb statt zu Fr.145.– zu Fr.1.– pro 100 Kilogramm Zoll importiert werden kann. Der Käufer muss dabei einzig eine Verwendungsverpflichtung unterschreiben und bekommt dann Rapsöl für Fr.2.90 oder sogar Sonnenblumenöl High Oleic für Fr.3.58 pro Liter inkl. Transport. Das ist praktisch der halbe Preis, welcher regulär zu bezahlen ist. Und die Wahrscheinlichkeit, dass der Käufer kontrolliert wird, ob er dieses Öl auch tatsächlich industriell einsetzt, ist äusserst gering.
Intervention
Swiss Olio und der Schweizerische Getreideproduzentenverband haben das Problem erkannt und bei der Oberzolldirektion (OZD) interveniert. Beat Hodler, Geschäftsführer von Swiss Olio, beantragte bei der OZD, dass die Zollerleichterungsverordnung entsprechend präzisiert wird, so dass diese Lücke spätestens ab April geschlossen werden kann.