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GVO-Resistenz

Resistente Würmer in indischer Bt-Baumwolle

Im indischen Bundesstaat Gujarat haben Wissenschaftler in Bt-Baumwollfeldern resistente Schädlinge entdeckt. Indische Experten fordern nun effizientere Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung zu unterbinden oder zumindest zu verlangsamen.

Die Resistenzen sind bisher nur gegen die erste Generation von Bt-Baumwollpflanzen aufgetreten, die in Indien seit 2002 angebaut wird. Neuere Varianten von Bt-Baumwolle sind davon bisher nicht betroffen.

Wissenschaftler des Unternehmen Mahyco und Monsanto, die Hersteller der betroffenen gentechnisch veränderten Bollgard-Baumwolle, haben in insgesamt vier Distrikten des Bundesstaates Gujarat resistente Schädlinge gefunden. Es handelt sich dabei um den Roten Baumwollkapselwurm. Bollgard-Baumwolle enthält als Schädlingsabwehr das  mit Hilfe von Gentechnik eingeschleuste Bt‑Protein. Bisher sind in keinem anderen der insgesamt neun indischen Bundesstaaten mit Bt-Baumwollanbau weitere resistente Schädlinge aufgetreten.

Bt-Baumwolle verbreitet

Bt-Baumwolle hat sich in Indien weitgehend durchgesetzt: 2009 wurde sie auf einer Fläche von 8,4 Millionen Hektar angebaut. Das entspricht 89 Prozent der gesamten Baumwollfläche in Indien- Der Rote Baumwoll-Kapselwurm (Pectinophora gossypiella) stammt ursprünglich aus Asien. Heute ist er in allen Baumwollanbau-gebieten der Welt verbreitet.

Ein Feldmonitoring zur Überwachung einer möglicher Resistenzentwicklung bei Baumwollschädlingen gibt es in Indien seit 2003. Nach dem Fund soll die Überwachung durch ein Expertennetzwerk unter Leitung des indischen Central Institute of Cotton Research (CICR) intensiviert werden. Monsanto und Mahyco betonten, dass eine Resistenzentwicklung ein natürliches Phänomen sei und daher auch zu erwarten war.

Zweite Generation

Die zweite Generation von Bt-Baumwolle (Bollgard II) ist bisher offenbar nicht von resistenten Schädlingen betroffen. Bollgard II wird in Indien seit 2006 angebaut und enthält nicht nur ein, sondern zwei unterschiedliche Bt-Proteine, die gegen den Baumwollkapselwurm und andere Schädlinge gerichtet sind. Dass diese dadagen Resistenzen entwickeln, ist bei Pflanzen mit mehreren unabhängig voneinander wirkenden insektiziden Wirkstoffen unwahrscheinlicher.

2009 wurde Bollguard II bereits von 65 Prozent der Landwirte in Gujarat angebaut. 2010 soll sich dieser Anteil bereits auf 90 Prozent erhöhen. Mittlerweile wird von Monsanto die dritte Generation von Bt-Baumwolle entwickelt. Diese wird drei verschiedene Bt-Proteine erhalten.

Ursachenforschung

Die Experten vermuten zwei Ursachen für das Auftreten der resistenten Schädlinge. Zum einen sollen nicht genug Refugienflächen mit konventionellen Baumwollsorten angelegt worden sein. Auf solchen Flächen können nicht-resistente Schädlinge überleben und durch Fortpflanzung mit resistenten Schädlingen deren Zahl niedrig halten. Auch ein illegaler Anbau von Bt-Baumwolle vor der offiziellen Zulassung durch das Indian Genetic Engineering Approval Committee (GEAC) im Jahr 2002 könnte ein Grund sein. Solche Pflanzen könnten unter Umständen einen zu niedrigen Gehalt an Bt-Protein aufgewiesen und damit die Entstehung resistenter Schädlinge gefördert haben.
 

Schulung für Bauern

In Zusammenarbeit mit dem CICR sollen Landwirten nun besser geschult werden. Wichtig seien geeignete Anbaumaßnahmen, mit denen eine Ausbreitung resistenter Schädlinge unterbunden oder zumindest verlangsamt werden kann. Dazu gehören neben ausreichend großen Refugienflächen ein tiefes Pflügen, eine möglichst breite Fruchtfolge und die Beseitigung der Ernterückstände z.B. durch Beweidung der abgeernteten Flächen.


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biosicherheit.de [17.03.2010 13:]
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