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ePaper Schweizer Bauer

Olivier Belval, Berufsimker in Südfrankreich, erzählt aufgewühlt von den Raubzügen der asiatischen Hornisse Vespa velutina: «Hunderte von Hornissen warten fliegend vor den Imkereien und fangen sämtliche Bienen, die vom Sammelflug zurückkommen, und fressen sie. Und wenn draussen keine Bienen mehr übrig sind, dringen sie in die Stöcke ein und fressen alles auf: den Honig, die Bienen und ihre Larven.» Bis zu 70 Prozent aller Bienenstöcke sind letztes und vorletztes Jahr in gewissen Regionen Frankreichs der Vespa velutina zum Opfer gefallen. In Gebieten, die von der Velutina erobert sind, verschwinden sogar die europäischen Hornissen von der Bildfläche.
Eingeschleppt wurde die in China heimische Art via Bordeaux – wahrscheinlich mit einer Ladung Töpferwaren. Seit 2003 verbreitet sie sich rasend schnell. «Sie schafft auf natürlichem Weg etwa 100 Kilometer im Jahr. Doch wir rechnen mit einer rascheren Verbreitung, etwa durch Holztransporte, in denen überwinternde Königinnen in ganz Europa verteilt werden», so Belval. «Von Genf sind die Hornissen nicht mehr allzu weit entfernt», bestätigt Peter Gallmann vom Zentrum für Bienenforschung in Liebefeld.
Die Schweizer Imker, die schon mit Krankheiten wie der Varroa-Milbe und der Sauerbrut überfordert sind, dürfte dies vor akute Probleme stellen. In Frankreich versucht man den Räubern mit fischbestückten Fallen Herr zu werden. Doch Gallmann macht sich keine Illusionen: «Ausrotten kann man die Vespa velutina nicht mehr. Vielmehr besteht die Gefahr, dass mit Bekämpfungsmassnahmen gegen die asiatische auch die heimische Hornisse noch mehr dezimiert wird.» Das Bundesamt für Umwelt beobachtet die Situation.