schweizerbauer.ch
Homepage
Wetter
Markt & Preise
Politik & Wirtschaft
Tiere
Pflanzen
Landtechnik
Vermischtes
Hintergrund
Galerien
Marktplatz/Inserate
Service
Aboservice
Markt & Medien AGRAR
ePaper Schweizer Bauer
»Online-Suche:
Dürre am Mekong

Tiefer Wasserstand des Mekong führt zu Ernteausfällen

Der Wasserstand des Mekong ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Fluss ist eine wichtige Mobilitätsader Südostasiens.
Auch Malaysia spürt die Trockenheit. / Susanne Meier

Von Südchina bis zu den Philippinen, von Vietnam bis Singapur hat  es in der trockeneren Jahreszeit, in der jeder Tropfen zählt, so  wenig geregnet wie seit langem nicht. Die Monsun-Saison ist noch  mindestens zwei Monate entfernt.

Verspäteter Monsun

Und nun warnen Experten auch noch, dass der ersehnte Regen wegen  des Wetterphänomens «El Niño» wahrscheinlich später kommt als sonst.  Viele Länder müssen bereits Wasser rationieren. Der mehr als 4300 Kilometer lange Mekong ist Lebenslinie für 60  Millionen Menschen. Er fliesst vom Hochplateau Tibets durch China,  Birma, Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam ins Südchinesische  Meer. Die Millionen Menschen entlang der Ufer sind auf das Wasser  für ihre Felder und das Fischen angewiesen.


Lange Kälteperiode

«Die Kälteperiode in Südchina hat länger gedauert als sonst,  deshalb ist die Eisschmelze, die den Mekong mit Wasser füllt,  verzögert», sagt Smith Dharmasaroja, Direktor der Stiftung für  Katastrophenwarnung in Thailand. Er schliesst nicht aus, dass China  das Problem mit seinen Stauseen am oberen Mekong verschärft. China weist das zurück. «Die Veränderung des Wasserpegels auf dem  Mekong hat nichts mit unseren Aktivitäten zu tun», sagt Diplomat  Chen Dehai in Bangkok. Die Staudämme würden nur zur Stromerzeugung  genutzt, das Wasser werde nicht zur Bewässerung der Felder abgezogen.

4 Mio. ha Ackerfläche betroffen

Tatsache ist, dass China im Südwesten selbst die schlimmste Dürre  seit 60 Jahren erlebt. Millionen Menschen leiden unter Wassermangel,  vier Millionen Hektar Anbaufläche können nicht mehr ausreichend  bewässert werden, berichtete die Staatspresse. Dutzende Hektar Wald sind in China schon verbrannt. Vietnams  Waldschutzbehörde schätzt, dass in diesem Jahr mit 1600 Hektar schon  mehr Wald abgebrannt ist als in den vergangenen beiden Jahren  zusammen. Auch im Norden von Laos und Thailand brennt es, die  Rauchschwaden reichen bis Chiang Mai.
Rekordtiefe Wasserpegel

Im Januar war der Wasserpegel am Roten Fluss in Hanoi so tief wie  seit mehr als 100 Jahren nicht mehr. Von Februar an musste der  Schiffsverkehr stellenweise eingestellt werden. In Vientiane, der Hauptstadt  von Laos direkt am Mekong, wird das Trinkwasser knapp. In Nordmalaysia steht das Wasser in den Stauseen alarmierend  niedrig. Die Reisbauern rechnen mit erheblichen Ernteausfällen, weil  sie die Pflanzen nicht genügend wässern können.

Vieh verendet

In Singapur fielen im Februar 6,3 Millimeter Regen, so wenig wie  nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor 140 Jahren. Die Philippinen  fürchten mehr als 100 Millionen Dollar Verluste, weil Vieh verendet  und Felder verdörren. In der südlichen Region von Mindanao fällt der  Strom aus, weil die Wasserkraftwerke nicht mehr mit voller Kraft  arbeiten können.

«Es gibt die Theorie, das in den letzten Monaten mehr  Feuchtigkeit in der Äquatorzone war, was bedeuten würde, dass die  weiter nördlich gelegenen Zonen weniger Regen bekamen», sagt Anond  Snidvongsa, Direktor des START-Umweltzentrums für Südostasien in  Bangkok. Warum dem so ist, weiss man nicht.

«El Niño» dürfte die Probleme der Region noch verschlimmern. Das  Wetterphänomen taucht alle paar Jahre auf und führt zu einer  Wassererwärmung im Pazifik. Das beeinflusst das Wetter weltweit. «Es  wird weniger Regen geben, nicht nur in Thailand, sondern auch in  Indonesien und Australien», sagt Smith.


Artikel ausdrucken
Artikel per Mail versenden
Schrift vergrössern
sda [18.03.2010 13:]
Das Wetter in
Fr
 
Sa
 
So
Mehr Wetter » Mehr Wetter » Mehr Wetter »
-9° | -8°
-9° | -7°
-11° | -6°

»Zur Wetterübersicht