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In Deutschland lag der Rohstoffwert der zu Butter oder Pulver verarbeiteten Milch im Mai bei durchschnittlichen 31,8 Cent (46,4 Rp.) je Kilo Milch. Noch vor einem Jahr wurden nur etwa 18 Cent dafür bezahlt. Steigende Nachfrage in China, im Mittleren Osten und in Nordafrika lässt die Preise derart ansteigen.
Preise deutlich höher
«Anfang März lagen die Preise für Magermilchpulver auf dem Weltmarkt bei 1,8 Euro je Kilo und stiegen bis Mitte Mai um fast 40% auf knapp 2,5 Euro je Kilo an», erklärt Christoph Hug, Pressesprecher der Hochdorf-Gruppe. In Deutschland sei der Butterpreis von 2,8 Euro je Kilo Anfang März auf zurzeit über 3,8 Euro je Kilo gestiegen, was einer Steigerung von 35% entspreche.
Nun seien die Preise aber wieder leicht am Sinken. Die turbulente Situation auf den Devisenmärkten und die Ankündigung der EU, Butter und Magermilchpulver aus den Interventionslagern auf den Markt zu bringen, hätten zu einem Dämpfer geführt, erklärt Hug.
Lagerbestände freigegeben
Die EU-Kommission hat jetzt vorerst eine Tranche von 30'000 Tonnen Butter und 60'000 Tonnen Magermilchpulver zur Versteigerung ausgeschrieben.
Bis im Herbst erwartet Hans-Jürgen Seufferlein vom Verband der Milcherzeuger Bayerns gemäss «Top Agrar», dass der Milchpreis in Deutschland auf umgerechnet rund 45 Rappen ansteigen wird.
Sind nun auch in der Schweiz steigende Milchpreise zu erwarten? «Ja, auch wir erwarten, dass der Milchpreis voraussichtlich leicht ansteigt», erklärt Emmi-Pressesprecherin Monika Senn.
Viel Butter an Lager
Für Stefan Hagenbuch von den Schweizer Milchproduzenten bleibt die Situation schwierig, solange noch fast 10000 Tonnen Butter in der Schweiz an Lager liegen. Ein weiteres Problem seien der schwache Euro und das klaffende Loch beim «Schoggigesetz», was auch auf den Preis drücke. «Richtpreisverhandlungen im Rahmen der Branchenorganisation Milch sind im Juni 2010 mit noch aktuelleren Einschätzungen aber sicher unabdingbar», erklärt Hagenbuch.
«Es ist zu hoffen, dass weltweit weiterhin eine gute oder sogar steigende Nachfrage nach Milchprodukten besteht, denn schon jetzt scheint sich abzuzeichnen, dass weltweit wieder mehr Milch produziert wird, die vom Markt aufgenommen werden muss», zeigt sich Christoph Hug von Hochdorf skeptisch.