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Besonders heikel ist Poulet mit Haut: Bei der Basler Untersuchung waren 50 Prozent dieser Proben mit Campylobacter verseucht, wie es in dem am Freitag veröffentlichten Bericht heisst.
Deutlich weniger der Durchfall-Erreger stellten die Forscher in tiefgekühltem Poulet fest. Dort betrug die Keim-Quote nur 16 Prozent. «Campylobacter-Keime sterben beim Tiefgefrieren ab», erklärte Sylvia Gautsch vom Basler Laboratorium den Grund.
Ungetrübter Grill-Plausch
Grill-Fans müssen aber diesen Sommer nicht auf Pouletfleisch verzichten. «Wer sich an die Hygiene-Regeln hält, hat nichts zu befürchten», sagte Gautsch. So müsse das Poulet richtig durchgegart werden. Zudem dürfe bereits gekochtes Fleisch nicht mit rohem Fleisch in Kontakt kommen. Ebenfalls wichtig sei es, Hände, Geschirr und Geräte jeweils gründlich zu reinigen.
Das Basler Kantonslaboratorium untersuchte insgesamt 75 Pouletproben. Diese stammten aus der Schweiz und dem Ausland. Die Studie war vom BAG in Auftrag gegeben worden: Zwischen April 2009 und März 2010 analysierten 15 kantonale Laboratorien Geflügelfleisch auf Campylobacter.
Grund für die Untersuchungskampagne ist gemäss Gautsch die steigende Anzahl der Campylobacter-Erkrankungen beim Menschen. Seit 2006 werden dem BAG immer mehr Durchfall-Erkrankungen gemeldet. 2008 wurden über 7800 Fälle registriert. Im Vorjahr waren es noch rund 6000 gewesen und 2006 gut 5300.
Diese Entwicklung soll gestoppt werden: Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) und das BAG haben «die Initiative ergriffen, um das Problem in den Griff zu bekommen», wie es in einem Blog- Eintrag des BVET heisst. Neben der Studie werde eine bessere Hygiene in den Schlachthöfen angepeilt.
Dreiviertel des EU-Poulets verseucht
Auch in Europa sei der Durchfall-Erreger präsent, schreibt das BVET. Gemäss einer EU-Studie aus dem Jahr 2008 waren rund 75 Prozent des Pouletfleischs nach der Schlachtung in europäischen Schlachthöfen mit Campylobacter verseucht.
Weshalb der lästige Durchfall-Erreger sich vor allem im Pouletfleisch einnistet, hat mit der Körpertemperatur des Geflügels zu tun: Diese ist mit 42 Grad höher als bei anderen Tieren. «Campylobacter fühlen sich besonders wohl, wo es wärmer ist», erklärte Sylvia Gautsch.