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Neuer Richtpreis

Milchpreis-Erhöhung der ganzen 3 Rappen ist kaum realisierbar

Am Freitag hat die Branchenorganisation Milch (BOM) den Richtpreis für Molkereimilch von 62 Rp. je Kilo auf 65 Rp. erhöht. Diese Richtpreiserhöhung gilt aber weder für Käsereimilch noch für verkäste Industriemilch.
Die Beschlüsse der BOM werden den Produzenten kaum einschenken. / Daniel Etter

Der neue BOM-Richtpreis  gilt franko Rampe  von Juli bis September. «Der Richtpreis resultiert aus der bisherigen Marktentwicklung und der Markterwartung», erklärt BOM-Geschäftsführer Daniel Gerber. Wenn sich die Marktsituation positiv entwickle, was aktuell  im In- und im Ausland der Fall sei, dann könne der Richtpreis erhöht werden. Er erwartet kurzfristig auf dem Weltmarkt keine Preiseinbrüche.

Schon bisher Differenz

Die Milchproduzenten interessiert  vor allem, wie hoch der ausbezahlte Milchpreis ist. Schon bisher klaffte zwischen dem vom Bundesamt für Landwirtschaft erhobenen Milchpreis von durchschnittlich 56,83 Rp. und dem bisherigen Richtpreis von 62 Rp. ein Loch.

 «Der Richtpreis ist nur eine Orientierungsgrösse, nach der sich die Milchverarbeiter richten sollten», sagt Gerber. Dass er nur ein Papiertiger sei, der nicht zur Anwendung komme, weist Gerber aber strikte von sich. «Die Richtpreiserhöhung wird zu Preisanpassungen führen», versichert er. Ob die drei Rappen aber von allen  ausgeschüttet  werden, darüber ist sich Gerber selbst nicht sicher. Er gehe davon aus, dass es Unterschiede geben werden. «Letztlich entscheidet die vom Verarbeiter erzielte Wertschöpfung seiner Produkte über den Milchpreis, den er bezahlen kann», so Gerber weiter.

Preise müssen anziehen

Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) sind erleichtert über das Zeichen, das die  BOM mit der Richtpreiserhöhung gesetzt hat. «Die Bauern erwarten jetzt, dass die Milchverkaufsverhandlungen im Rahmen der Richtpreiserhöhung geführt werden, damit nach über zwei Jahren die Milchpreise wieder anziehen können», sagt SMP-Sprecher Christoph Grosjean: «Die Bauern brauchen diese Preiserhöhung dringend.»

Am Milchpulvermarkt schwierig

Doch der ausbezahlte Milchpreis wird wohl nicht für die ganze Industriemilchmenge erhöht. «Der Vertragspreis für A-Milch wird gemäss dem BOM-Entscheid  erhöht», verspricht zwar Emmi-Sprecherin Karin Helfenstein. Gemäss dem BOM-Entscheid gelte die Richtpreiserhöhung nicht für verkäste Milch. Folglich werde Emmi nur für Milch, welche nicht zu Käse verarbeitet werde, die Richtpreiserhöhung umsetzen. «Es wird schwierig, diese Preiserhöhung am Milchpulver-Markt umzusetzen», sagt Werner Schweizer von Hochdorf. Überhaupt nicht äussern wollten sich Thomas Wegmüller von Cremo und Alexander Briw vom Migros-Verarbeiter Elsa.


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Daniel Etter [22.06.2010 17:26]
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