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Deutz-Fahr

Der kleine «Vario» von Deutz-Fahr

Schon in wenigen Monaten wird die Produktion des Agrofarm TTV starten. Somit ist Deutz-Fahr im PS-Segment unter 100 PS der zweite Hersteller, der seinen Kunden einen stufenlosen Antrieb anbieten kann.
Neu hat auch der Agrofarm ein stufenloses Getriebe. / Stefan Schmidlin

Mit der Einführung der TTV-Modelle gibt es den Agrofarm jetzt mit vier verschiedenen Getriebevarianten. Die Classic-Version besteht aus den drei Modellen 410, 420 und 430. Diese Traktoren haben in der Grundausstattung ein 20V/20R-Getriebe mit mechanischer oder hydraulischer Power-Shuttle-Funktion. Sie lassen sich  mit einer 2-fach-Lastschaltung aufrüsten. Die beiden grösseren Modelle dieser Baureihe bietet Deutz-Fahr  in den Ausstattungsvarianten ProfiLine und TTV an. Das Getriebe der ProfiLine-Version bietet drei Lastschaltstufen und ein hydraulisches Power-Shuttle. Die Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h wird wie beim neuen TTV-Getriebe bei reduzierter Motordrehzahl erreicht.

Modernes  Getriebe

Im Jahr 2001 ist Deutz-Fahr bei der Agrotron-Baureihe in die stufenlose Antriebstechnologie eingestiegen. In dieser gehobenen Leistungsklasse verbaut Deutz-Fahr nach wie vor das Eccom- und das S-Matic-Getriebe von ZF. Bei der Agrofarm-Baureihe nahmen die Entwicklungsingenieure von SDF (Same Deutz-Fahr)  das Heft selbst in die Hand und konstruierten  ein völlig neues leistungsverzweigtes TTV-Getriebe. Vorgestellt wurde dieses Getriebe schon 2007 auf der Agritechnica, damals aber noch als Prototyp in einem Schmalspurtraktor und im Agroplus.

Nach zahlreichen Prüfstands- und Praxistests geht es jetzt in der Agrofarm-Baureihe in Serie. SDF macht keinen Hehl daraus, dass dieses neue TTV-Getriebe Basis für zukünftige Entwicklungen in weiteren Baureihen der SDF-Gruppe sein wird. Das neue TTV-Getriebe von SDF besteht aus einem 2-Stufen-Planetengetriebe mit Powershift und Powershuttle sowie einer hydrostatischen Baueinheit. Diese befindet sich in Längsrichtung zwischen Eingangskupplung und  Planetengetriebe. Das Zapfwellengetriebe ist weit hinten angeordnet. Nach hinten verlegt haben die Konstrukteure auch die Antriebe für die Hydraulikpumpen.

2 Fahrstufen, 3 Strategien

Um bei schweren, langsamen Zugarbeiten den Wirkungsgrad zu verbessern, hat dieses Getriebe eine mechanische Untersetzungsstufe. Dieser «Heavy Duty»-Modus ermöglicht eine stufenlose Geschwindigkeitsregelung zwischen 0,1 und 24 km/h. Der «Normal»-Modus regelt die Geschwindigkeit von 0,1 bis 40 km/h und ist für alle herkömmlichen Einsätze vorgesehen. Per Knopfdruck in der rechten Bedienkonsole kann der Fahrer zwischen drei Fahrstrategien auswählen: Automatik-, Zapfwellen- und manueller Modus. Mit einem Potenziometer lässt sich  die Drehzahl festlegen, bei der der Traktor betrieben werden soll. Im Zapfwellenmodus bestimmt der Fahrer mit diesem Potenziometer die erlaubte Motordrückung. Beim Einschalten der Zapfwelle wechselt das Getriebe automatisch in die Zapfwellenstrategie.

Mehr Sicherheit am Berg

Für die Schweizer Berglandwirtschaft hat der Agrofarm TTV wichtige sicherheitsrelevante Ausstattungsmerkmale. Das Getriebe verfügt über eine aktive Stillstandsregelung. Damit lässt sich der Traktor auch am Hang ohne Betriebsbremse und Kupplungsbetätigung anhalten und über das Fahrpedal wieder beschleunigen. Ebenfalls neu ist die hydraulische Parkbremse. Diese schliesst die Bremse über eine mechanische Tellerfeder und öffnet sie hydraulisch. Damit soll bei Motorstillstand ein absolut sicheres Abstellen gewährleistet werden. Alle Agrofarm-Modelle sind an Vorder- und Hinterachse mit unabhängigen nassen Scheibenbremsen ausgestattet.

Motor von Deutz

Der wassergekühlte 4-Zylinder-Turbomotor der Deutz-Baureihe TCD 2012 ist mit  elektronischer Motorregelung, moderner Hochdruckeinspritzung von bis zu 1400 bar (Common Rail) und  Ladeluftkühler ausgestattet. Der Hubraum beträgt 4Liter. Im 420er leistet der Deutz-Motor maximal 73 kW/ 99 PS, im 430er sind es 80 kW/ 109 PS. Die homologierte Leistung (2000/25/CE) steht mit 70kW/95 PS bzw. 75 kW/102 PS im Prospekt. Diese Leistung steht zwischen 1400 und 1800 Motorumdrehungen zur Verfügung. Die Nenndrehzahl hat Deutz-Fahr bei den neuen TTV-Modellen auf 2100 U/min abgesenkt. Die ProfiLine-Version dreht hingegen auf 2300 U/min.
Die Hydraulikpumpe mit  58 l/min Fördermenge   ist mit einem eigenen Hydraulikkreis Lenkung und Arbeitshydraulik versehen.

Mit einer Tandempumpe sind 93 l/min erzielbar. Im Heck lassen sich bis zu vier doppelt wirkende, elektrisch betätigte Zusatz- Steuergeräte montieren. Sie können entweder über den Joystick oder über zwei Einzelhebel in der rechten Bedienkonsole mit Öl versorgt werden. Für zwei Steuergeräte steht eine Zeit- und Mengeneinstellung zur Verfügung.


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Johannes Paar Stephan Schmidlin [14.07.2010 17:21]
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