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Bauer, ledig, sucht

Die Liebe hat doch gesiegt: «Jetzt suchen wir einen Hof»

Ende letzten Jahres hätte sich das Traumpaar aus der ersten Staffel von «Bauer, ledig, sucht» beinahe getrennt. Doch ihre Liebe siegte über die Alltagsschwierigkeiten. Jetzt planen sie ihre gemeinsame Zukunft im Tal. Mit Bildergalerie.
Hanneli wohnt neu in Sumiswald, Hanueli besucht sie wenn immer möglich. Für ihre gemeinsame Zukunft suchen sie einen Hof im Unterland. / Pamela Fehrenbach

Das muss Liebe sein. Für Hanneli ist Hanueli bereit, seinen Hof in den Bündner Bergen zu verlassen. «Halt, also ganz so ist es ja nicht. Diesen Entscheid haben wir gemeinsam gefasst, er ist langsam gereift. Seinen Bergbetrieb würde Hanueli trotzdem behalten und das Land verpachten», berichtigt Hanneli Uebersax. Seit rund zwei Wochen wohnt die quirlige Frau in Sumiswald BE. Sie ist quasi zu ihrem Pferd Haspect gezogen. Raschpeli, wie ihn seine Besitzerin zärtlich nennt, ist seit Ende 2009, als Hanneli das Pferd kurzfristig neu platzieren musste,  im Pensionsstall Loehi gut aufgehoben.

Schwierige Zeiten

Das Leben auf dem Hof im bündnerischen Malix war für alle Beteiligten eine Herausforderung. Sich eingliedern auf der einen Seite, Raum geben auf der anderen. Hanneli und Tochter Salomé wurden mit offenen Armen aufgenommen,  schon bald hatte Salomé Freunde gefunden und war mit Hanueli Schocher rasch ein Herz und eine Seele. Mutter und Tochter integrierten sich ins Hofleben, und Hanueli freute sich, die beiden bei sich zu haben.  Aber mit Hanneli kam eine lebendige Frau mit sonnigem Gemüt und viel Power auf den Hof. Eine Frau, die Dinge gerne anpackt, beim Namen nennt  und, wenn nötig, ändert. Viel frischer Wind, vielleicht zu viel für die Bergbauernfamilie. «Es ist nicht einfach, als Mann sitzt du da zwischen Stuhl und Bank», erklärt Hanueli.

Oft verstehe man die  Partnerin, aber auch die Familie, die eine etwas andere Sicht auf viele Bereiche im Leben hat und zudem einen bemerkenswerten Teil der Arbeit auf dem Hof mit bewältigt.   Hanneli fühlte sich  im Stich gelassen und zog ins Nachbardorf. «Ich wollte eine Eskalation vermeiden, schuld ist ja eigentlich niemand. Irgendwie ging es einfach nicht. Und in dem Moment war ich mir nicht mehr sicher, ob wir eine gemeinsame Zukunft haben. Ich will  einen Mann, der zu mir steht», erinnert sich Hanneli.  Doch die räumliche Distanz gab  Luft, Hanueli half beim Einrichten, war zur Stelle, wenn es ihn brauchte. War da. Viele Gespräche später war  klar: Wir wollen zusammen weitergehen. Aber  anderswo.  Der Gedanke eines gemeinsamen Betriebs im Unterland nahm  Gestalt an.

Pachtbetrieb gesucht

«Also, wenn ich wünschen könnte,  möchte ich einen Betrieb mit rund 30 Hektaren pachten.   Mit tierfreundlichem Stall (BTS) für Milchkühe und etwas Ackerbau. Und Platz für Pensionspferde. Wir beide haben viel Erfahrung mit Pferden und  verschiedene Ideen, wie wir einen Pensionsstall führen könnten», erzählt Hanueli auf dem Balkon von Hannelis neuer Wohnung, die so kurz nach dem Einzug schon fast vollständig eingerichtet ist.

Hanneli sieht sich schon mit den Pensionären grillieren und diskutieren. Sie mag Besuch und ein offenes Haus. Und  einem geistig behinderten Menschen möchte sie einen Wohn- und Arbeitsplatz bieten. «Diese Menschen geben einem viel, ich mag ihre direkte, nicht berechnende Art. Der Bauernhof ist ideal, gibt ihnen eine  Tagesstruktur, und es gibt immer Arbeiten, die sie erledigen können und ihnen Befriedigung und ein würdevolles Dasein geben – ein Gewinn also für beide Seiten», weiss Hanneli. Auf dem Betrieb in Chur, auf welchem Hannelis Tochter Salome in Kürze ihre Ausbildung zur Landwirtin in Angriff nehmen wird, hatte sie Gelegenheit, ein solches Arbeitswohnmodell  im Alltag zu sehen.   «Aber bis jetzt sind das nur Träume.  Ob wir sie verwirklichen können? Die Hoffnung stirbt zuletzt», lächelt sie.

Nur nicht aufgeben

«Wir sind uns bewusst, dass es  nicht einfach wird, einen Betrieb zu finden», sagt Hanueli. Zusammen mit dem Aufbruchteam suchen die beiden deshalb nach Strategien und Lösungen. «Vielleicht hat jemand keinen Hofnachfolger und würde uns eine Chance geben?», hofft Hanneli. «Lebenslanges Wohnrecht wäre ja kein Problem – solange ich den Betrieb nach meinen Vorstellungen führen kann», sagt Hanueli. «Wir könnten uns auch einen Betriebstausch vorstellen. Einen Talbetrieb gegen meinen Bergbetrieb in gegenseitiger Pacht.» Verkaufen möchte er seinen Betrieb in Bergzone 3 mit 27 Hektaren LN und einem Laufstall, welcher Platz für bis zu 45 Kühe bietet, eigentlich nicht.  «Doch was die Zukunft bringt, wer weiss. Wir sind offen und schauen, welche Möglichkeiten sich ergeben. Dann können wir  planen.» Das zweite Kapitel ihres gemeinsamen Lebens hat gerade erst angefangen. Und verspricht genauso spannend zu werden wie das erste. Hanneli und Hanueli suchen einen Betrieb.

Wenn Sie einen Pachtbetrieb wüssten oder gar selber einen Betrieb zu verpachten haben, dann melden Sie sich bei redaktion@schweizerbauer.ch mit dem Betreff "Betrieb für Hanneli und Hanueli".

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Pamela Fehrenbach [16.07.2010 11:10]
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