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Milchpreiserhöhung

Migros blockiert Milchpreiserhöhung

Die Molkereimilchpreise ab 1. Juli sind nun weitgehend bekannt. Die Preise steigen 0,1 bis zu 2,5 Rappen pro Kilo Milch. Weder der neue Richtpreis von 65 Rappen noch die Richtpreiserhöhung von 3 Rappen werden erreicht.
Die Miba kritisiert, dass die Migros zwar für Butter mehr bezahlt, für andere Produkte hingegen nicht. / zvg

Bei der PO Miba steigt der Milchpreis nur auf dem Papier um 1 Rp. Der Basispreis liegt neu bei 55,6 Rp. Davon werden für die Butterabräumung der Branchenorganisation Milch (BOM)   0,4 Rp. und für die Rohstoffverbilligung bei Emmi und Hochdorf noch einmal 0,5 Rp. abgezogen. Emmi und Hochdorf haben im Mai diesen Abzug eingeführt, um Milch und Butter für Exportprodukte zu verbilligen, weil die Bundesmittel für die Rohstoffverbilligung im Rahmen des Schoggigesetzes nicht ausreichen. Effektiv steigt der Miba-Milchpreis also nur um  0,1 Rp.

Elsa verweigert Preiserhöhung

Miba liefert neben Emmi und Hochdorf viel Milch an die Migros-Tochter Elsa. Die Migros rühmt sich im «Migros-Magazin» zwar, dass sie zugunsten der Konsumenten auf einen Teil ihrer Marge verzichte.   Der «Blick»  zeigte gestern dagegen auf, dass der Miba-Milchpreis kaum steigt, weil die Elsa der Miba eine Preiserhöhung verweigert. In den Migros-Läden wird nur die Butter teurer, welche die Migros vorwiegend von Cremo bezieht. Dies verärgert die Miba, weil trotz vollen Butterlagern ausgerechnet die Butterpreise steigen. Für die übrigen Milchprodukte, an denen die Miba etwas profitieren würde, bezahlt die Migros hingegen nicht mehr. Deshalb teilte die Miba ihren Produzenten in einem Brief mit, dass sie die BOM-Buttermarktsanierung nicht mehr mittragen wolle. 

ZMP am nächsten beim Richtpreis

Die volle Erhöhung um 3 Rp. pro Kilo Milch, wie sie von der BOM beschlossen wurde, wird bei keiner grossen Ausstiegsorganisation ganz umgesetzt. Dem Richtpreis  von 65 Rp. franko Rampe   am nächsten kommen die Zentralschweizer Milchproduzenten  mit einem A-Milchpreis von 64,5 Rp., wobei auch hier noch ein Rückbehalt von 1 Rp. für Emmi und Hochdorf abgezogen wird.

Die PO Nordostmilch erhöht den Milchpreis nur um 1 Rp.  auf 61 Rp. Dafür werden keine Beiträge für die Finanzierung der Rohstoffverbilligung für den Export bei Emmi und Hochdorf abgezogen. Bei den Emmi-Direktlieferanten Mimo, Bemo und Zenoos wird der A-Milchpreis von bisher 57 Rp.  um 2,1 auf 59,1 Rp. angehoben.  Der A-Milchpreis gilt für 80% der Lieferrechte.

Cremo bezahlt 2,5 Rp mehr

Die Cremo erhöht zwar den A-Milchpreis um 3 Rp., macht aber  einen Rückbehalt von 0,5Rp. für die verkäste Milch, wie Generalsekretär Michel Pellaux erläutert. Dieser Rückbehalt sei mit dem schwachen Euro-Kurs zu begründen. Der A-Milchpreis gilt  für 83 Prozent der Milch. Damit steigt der Basismilchpreis ab Hof von 58 Rp. auf 60,5 Rp. Dazu kommen laut Pellaux die vertraglichen Zuschläge von 2,6 Rp. im Durchschnitt. Der B-Milchpreis liege im Moment bei etwa 40 Rp.

Viel Milch an die Cremo liefert auch die PO Lobag. Christian Oesch wollte sich aber zum Milchpreis ab 1.7. nicht äussern.


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Samuel Krähenbühl [16.07.2010 16:51]
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