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Mehlzollsenkung

Getreideproduzenten tragen aus Protest schwarze Armbinden

Die Schweizer Getreideproduzenten wollen die vom Bund beschlossene Senkung des Mehlzolles nicht kampflos hinnehmen. Sie forderten am Dienstag in Niederhasli ZH und Busswil BE eine Erhöhung der Getreidezölle. Mit Bildergalerie und Videos.
SGPV-Präsident Fritz Glauser und Heinz Siegenthaler, Präsident des Getreidezentrums Busswil BE, tragen eine schwarze Schleife zum Protest gegen die Mehlzollsenkung. / Samuel Krähenbühl

«Die Getreideproduzenten sehen schwarz. Darum tragen wir eine schwarze Armbinde», erklärte Fritz Glauser, Präsident der Schweizer Getreideproduzenten (SGPV), gestern im Getreidezentrum Busswil BE. Seine Kritik richtet sich an das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD). Dieses hatte  just vor Beginn der Getreideernte den Mehlzoll um 14 Fr./100 Kilo gesenkt.

Müller geben Druck weiter

EVD-Vorsteherin Doris Leuthard wolle zwar damit vordergründig die Verarbeitermarge der Mühlen senken, führte Glauser aus: «Trotz gegenteiligen Beteuerungen der Departementsvorsteherin hat dieser Entscheid weitreichende Konsequenzen für die Schweizer Getreidebauern.» Die Müller gäben nämlich den Druck an die Produzenten weiter.

Zölle sollen wieder erhöht werden

Der SGPV fordere deshalb, dass die Zölle für Brotgetreide vorübergehend erhöht würden, um wenigstens den Druck infolge des tiefen Euros abzufedern. Glauser erinnerte auch daran, dass in den letzten 20 Jahren die Produzentenpreise für Brotgetreide um rund die Hälfte reduziert worden seien. Dabei bringe der ständige Druck auf den Brotweizenpreis den Konsumenten kaum etwas: «Denn selbst mit einem europäischen Getreidepreis wird der Brotpreis nicht mehr als 10 Rappen pro Kilo sinken.»
Auch die Müller sind   wegen  der Mehlzollsenkung höchst verärgert. Hermann Dür, der als Vertreter der Mühlengenossenschaft Bern in Busswil anwesend war, rief dazu auf, dass die Wertschöpfungskette zusammenstehen müsse: «Mit der jüngsten zollpolitischen Aktion inszenierten der Bundesrat und vor allem das EVD ohne Not einen Krieg gegen die Wertschöpfungskette Getreide.» 

Weitere Preiseinbussen werden nicht hingenommen

An der gleichzeitig abgehaltenen Medienkonferenz in Niederhasli ZH stiess Hans Staub, Präsident des Zürcher Bauernverbandes, ins gleiche Horn: «Die Getreideproduzenten sind nicht bereit, vor dem Hintergrund der allgemeinen Kostenentwicklung und der Tatsache, dass die Getreidepreise bereits letztes Jahr um ungefähr 20% eingebrochen sind, weitere Preiseinbussen kampflos hinzunehmen.

Zur Bildergalerie aus Busswil


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sam/bau [20.07.2010 15:37]
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