Wird Landtechnik in Zukunft elektrisch angetrieben?
Mitte Mai trafen sich deutsche und österreichische Wissenschaftler des Verein Deutscher Ingenieure (VDI)und des Arbeitskreis Agrartechnik - Max-Eyth-Gesellschaft (MEG)zum Kolloquium „Elektrische Antriebe in der Landtechnik“ in Dresden. Als Ergebnis des Workshops liegt inzwischen ein abgestimmtes Positionspapier vor.
Die Technische Universität München hat einen Selbsfahrhäcksler von Krone mit einem elektrischen Antrieb getestet. / zvg
Neu in Neuheiten Landtechnik:
Nach Auffassung der Wissenschaftler ist zu erwarten, dass Traktoren in Zukunft nicht nur mechanische Energie über die Zapfwelle und hydraulische Energie über die Steuergeräte, sondern auch elektrische Energie über eine Steckdose zur Verfügung stellen.
Elektrische Antriebe als Alternative zur Hydraulik
„Elektrische Antriebe werden zukünftig in mobilen Arbeitsmaschinen eine grosse Rolle spielen“ ist sich Thomas Herlitzius, Professur für Agrarsystemtechnik an der Technischen Universität (TU) Dresden, sicher. „Wichtige Forschungs- und Entwicklungsziele neuer Antriebslösungen sind Energieeffizienzsteigerung, Kostenreduktion und Funktionalitätserweiterung. Elektrische Antriebe sind eine Alternative zur Hydraulik, da sie eine bessere Steuer- und Regelbarkeit und eine effiziente Bauraumausnutzung gewährleisten sowie über höhere Wirkungsgrade verfügen“, so Herlitzius.
Umsetzungsstrategie prioritär
Die Einführung von elektrischen und elektromechanischen Komponenten sowie eines Hochvolt-Bordnetzes in mobilen Arbeitsmaschinen ist an eine Vielzahl von Voraussetzungen und konzeptionellen Änderungen geknüpft. Insbesondere die Spezifikation der Schnittstellen, Sicherheits- und Personenschutzkonzepte und die Entwicklung einer Umsetzungsstrategie sehen die Teilnehmer des VDI-MEG Kolloquiums als vordringlichste Aufgaben an. Ende des Jahres sollen die Gespräche gemeinsam mit Vertretern der Landmaschinenindustrie fortgesetzt werden.