Frankreich wehrt sich gegen Abkommen mit Mercosur-Staaten
Die französische Regierung hat sich erneut nachdrücklich gegen eine Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Ländern ausgesprochen. Das hat Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire nach klargestellt.
Frankreichs Agrarminister Bruno Le Maire / zvg
Er werde an dieser Position festhalten, so Le Maire, zumal es um das Überleben zahlreicher Pflanzenbaubetriebe und Tierhalter in Frankreich und in den übrigen EU-Mitgliedstaaten gehe, wie topagrar.com berichtet.
Agrarinteressen nicht verschleudern
Die europäische Landwirtschaft dürfe keine „Anpassungsvariable“ für internationale Verhandlungen werden, betonte Le Maire. „Wir sind bereits bis zum äussersten Limit an möglichen Zugeständnissen in der Welthandelsorganisation (WTO) und bei den Verhandlungen zwischen den Mercosur-Staaten und der Europäischen Union gegangen.“ Er selbst sei jedenfalls nicht bereit, „die europäischen Agrarinteressen zu verschleudern“, machte der Franzose deutlich.
Lula will bis Ende Jahr ein Abkommen anstreben
Er reagierte damit auf ein erneutes Vorpreschen des brasilianischen Staatspräsidenten Luis Inácio Lula da Silva. Dieser hatte anlässlich des vierten Gipfels zwischen der Europäischen Union und seinem Land Mitte Juli vor Journalisten in Brüssel erklärt, noch vor dem Ende seiner Amtszeit, die im Dezember auslaufe, seinen engen Freund Nicolas Sarkozy unbedingt für ein neues Abkommen mit den Mercosur-Staaten gewinnen zu müssen.