Biber erhöhen Biodiversität
Der Biber ist in der Schweiz wieder auf dem Vormarsch. Seit der Wiederansiedlung in den 60-er Jahren leben an den Fliess- und Stillgewässern rund 1600 Tiere. Durch sein Graben schafft er Lebensräume für neue Arten, gerät jedoch in einen Nutzungkonflikt mit der Landwirtschaft.

Eine neue Publikation, "Mit dem Biber leben", des Bundesamt für Umwelt (Bafu) zeigt auf, wo der Nager sich ausgebreitet hat, welche Bedürfnisse er hat und wie mögliche Konflikte gelöst werden könnten.
Vor 200 Jahren ausgerottet
Das bis zu einem 1.40 Meter grosse und 35 Kilogramm schwere Tier hat eine Lebenserwartung von rund 20 Jahren. Vor gut 200 Jahren wurden der Biber in der Schweiz und weiten Teilen Europas ausgerottet. Er wurde verspiessen und das Fell verarbeitet.
Vor 50 Jahren wurde der zu der Ordnung Nagetiere gehörende Biber wieder ausgesetzt und hat sich rasch vermehrt. Eine im 2008 durchgeführte, nationale Bestandeserhebung ergab rund 1600 Biber, welche entlang von Fliessgewässer leben.
Konflikte unauswechlich
Das Graben und Umgestalten der Landschaft führt zu Konflikten mit der Landwirtschaft. Felder werden überschwemmt, Wege untergraben und gewässerbauliche Infrastrukturen können Schaden nehmen.
Die Publikation des Bafu versucht aufzuzeigen, wie solche Schäden vermieden werden sollen.
Biber braucht Uferstreifen
Die Publikation "Mit dem Biber leben" schlägt vor, einen 10 bis 20 Meter breiten, extensive genutzten Uferstreifen bereitzustellen, welcher der Biber nach seine Bedürfnissen gestalten kann. So können gemäss Bafu viele Konflikte vermieden werden.
Grabarbeiten erhöhen Biodiversität
Ein Biberrevier besteht aus zwei bis vier Wohnbauten unterschiedlicher Form. Bei einer steilen Uferböschung gräbt er eine Höhle, welche aus verschiedenen Fress-, Spiel- und Fluchtröhren besteht. Der Eingang zum sogenannten Wohnkessel liegt unter Wasser, der Kessel selbst liegt über Wasser. Der Wohraum hat einen Durchmesser von bis zu 120 Zentimeter und erreicht eine Höhe von 60 Zentimeter.
Die Biberburg besteht aus Ästen, Zweigen und Schlamm, oft ist von Wasser umgeben. Der Eingang befindet sich wiederum unter Wasser, zum Schutz vor Feinden wie Hunden oder Luchse.
Biderdämme haben den Zweck, den Wasserstand um die Burg stabil zu halten.
Die Grab-, Nage- und Stauarbeiten des Bibers führen gemäss Bafu zu einer Dynamik im Gewässerraum (Fluss, Teich, Sumpf und See) und schafft Lebensräume für Insekten, Amphibien, Vögel und Fische.