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In der Region von Nischni-Nowgorod östlich der russischen Hauptstadt starben neun Menschen, in Rijasan drei weitere Menschen. In der Region Woronesch, rund 500 Kilometer südwestlich von Moskau, wurden mindestens fünf Menschen getötet und hunderte weitere verletzt. Viele von ihnen erlitten schwerste Verbrennungen.
Hunderte Häuser wurden dort ein Raub der Flammen. In der gleichnamigen Stadt mussten drei Spitäler in aller Eile evakuiert und mehrere Ferienlager geräumt werden.
Putin will beim Wiederaufbau helfen
Gemeinsam mit Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu besuchte Ministerpräsident Wladimir Putin am Freitag Werchnjaja Wereja, eines der am schwersten betroffenen Dörfer von Nischni-Nowgorod. Dort hatte das Feuer am Vortag innerhalb von 20 Minuten alle 341 Häuser zerstört; mehr als 500 Menschen verloren ihr gesamtes Hab und Gut.
Das russische Fernsehen zeigte Aufnahmen einer Strasse, in der sämtliche Häuser bis auf die Grundmauern niedergebrannt waren. Putin versuchte, die verzweifelten Einwohner zu beruhigen. Einer verängstigten Einwohnerin sicherte er zu, dass die Häuser bis zum Winter wiederaufgebaut sein würden - dann beugte er sich zu der überraschten Frau und umarmte sie.
6900 Franken als Soforthilfe
Minister Schoigu und lokale Beamte wies der Regierungschef an, sich bei der Hilfe nicht durch bürokratische Vorgaben stoppen zu lassen. Den Einwohnern sicherte er rasche Entschädigungen zu. Sie sollen jeweils 200'000 Rubel (rund 6900 Franken) und damit das Vierfache der gesetzlich vorgeschriebenen Summe erhalten, wie die Nachrichtenagentur ITAR-TASS berichtete.
Präsident Medwedew wies die Regierung an, die Massnahmen zur Brandbekämpfung zu verbessern und Hilfen für den Wiederaufbau bereitzustellen. Gleichzeitig wies er das Verteidigungsministerium an, bei der Brandbekämpfung zu helfen, wie seine Sprecherin mitteilte.
Landwirtschaft erleidet grosse Verluste
Russland leidet seit mehr als einem Monat unter einer Jahrhunderthitze. In vielen Regionen des Landes, darunter auch in Moskau und Umgebung, liegen die Temperaturen seit Wochen um 35 Grad, ohne dass es wesentliche Regenfälle gegeben hätte.
Die russische Feuerwehr machte die extreme Trockenheit für die Ausweitung der Waldbrände verantwortlich. Die Dürre hat bereits grosse Teile der Ernte vernichtet. Die Regierung spricht von Schäden in Milliardenhöhe.
400 000 Hektaren Wald verbrannt
Die rund 20 000 Bränden haben vernichteten 400 000 Hektar Wald. Die Glut soll sich bereits in die Torfböden gefressen haben. Um sich vor dem beissenden Rauch zu schützen, tragen die Einwohner der Hauptstadt Atemmasken. Die Luftschadstoffgrenze wurde um das Zehnfache übertroffen. Durch die starken Winde wird die Situation noch verschärft.
Rekordsommer
Mit 38,2 Grad wurde in Moskau die höchste Temperatur seit Messbeginn vor 160 Jahren registriert. Alexej Lijachow, Verantwortlicher des Moskauer Wetterdiensts, teilte mit, dass die diesjährigen Julitemperaturen um acht Grad über Durchschnitt lagen und das der europäische Teil Russlands den heissesten Sommer seit 130 Jahre erlebe.