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Nun ist es definitiv: Es war mindestens ein Wolf, der auf der Alpage du Sex oberhalb Crans-Montana zwei Rinder sowie auf der nahe gelegenen Varneralpe Schafe gerissen hat. Das haben nun auch DNA-Analysen zweifelsfrei erwiesen. Für Pächter Armin Andenmatten war jedoch von Anfang an klar, dass nur Wölfe so etwas angerichtet haben können. «Was für Tiere hätten sonst so viel Kraft, ein 250 bis 300 Kilo schweres Rind um 50 bis 80 Meter zu verschieben?» fragt er. «Vielleicht ein Tiger?»
Gehe Risiko ein
Ungewöhnlich erscheint nun aber die Methode, mit welcher die Rinder geschützt werden sollen: mit Hilfe von 30 Schafen und drei Herdenschutzhunden. Zur Verfügung gestellt wurden die Schafe und die Hunde von Walter Hildbrand, der schon öfter in Alpen mit Wolfspräsenz kurzfristig Noteinsätze mit seinen Hunden geleistet hat. Bei den 30 Schafen, die er zur Verfügung gestellt hat, handelt es sich ausserdem um Zuchtschafe sowie einen Widder zum Decken. «Ich bin mir durchaus bewusst, welches Risiko ich eingehe, doch gehört das wohl zu den Konsequenzen meiner Arbeit», meint Hildbrand. «Ich weiss auch genau, wenn es zu einem Übergriff auf meine Schafe kommt, dann werden einige Schäferkollegen sagen, das geschiehe ihm recht.»
Doch nach einer Alpbegehung vor einer Woche war für Hildbrand sowie für Daniel Mettler, Herdenschutzkoordinator der Agridea, und einen Züchter von Schutzhunden, der im Jura bereits über gewisse Erfahrungen beim Einsatz in Rinderherden verfügt, klar, dass es keine anderen Möglichkeiten gibt, die Rinder auf den weiträumigen Flächen der Alpage du Sex zu schützen. Die Herdenschutzhunde waren sich zwar den Umgang mit Rindern gewohnt – Hildbrand hält neben Schafen selbst Schottische Hochlandrinder –, doch die Rinder auf der Alpage du Sex sind nicht an die Hunde zu gewöhnen.
Mindestens zwei Wölfe
Sowohl Andenmatten als auch Hildbrand sind sich indes sicher, dass sich nicht nur ein Wolf, sondern mindestens zwei Wölfe, darunter ein mächtiger Rüde, im Gebiet aufhalten – und sie sind immer noch da. Die Vermutungen stützen sich auf Beobachtungen durch die Wildhüter. Hildbrand möchte auch nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn die Wölfe, aufgrund der Präsenz der Herdenschutzhunde in ein anderes Gebiet ausserhalb des Abschussperimeters weiterziehen. Tagsüber bleiben die Hunde in den ersten paar Tagen deshalb im Nachtpferch.