Homepage
Wetter
Markt & Preise
Politik & Wirtschaft
Tiere
Pflanzen
Landtechnik
Vermischtes
Hintergrund
Galerien
Marktplatz/Inserate
Service
Aboservice
Markt & Medien AGRAR
ePaper Schweizer Bauer

Das Bundesamt für Landwirtschaft hat auf der Basis der Bavendorfer-Schätzmethode die hängende Apfelernte 2010 auf 125345 Tonnen geschätzt. Diese aus Apfelkulturen (ohne Feldobstbau) stammende Ernte liegt 15,8% unter dem Mittel der letzten vier Jahre, respektive 25% unter dem Rekordjahr 09. Darin enthalten ist auch die Mostobstproduktion. Gemäss Josiane Engasser vom Schweizerischen Obstverband (SOV) wird eine marktkonforme Mostobsternte erwartet.
Effektiv in den Verkauf dürften gemäss SOV 74% der hängenden Ernte, also 92300 Tonnen Tafeläpfel gelangen. Im Vergleich mit der korrigierten Schätzung vom Vorjahr sind dies gemäss der Obststatistik des SOV rund 23% weniger Äpfel. Unter dem verkäuflichen Tafelobst versteht man die baumfallende vorsortierte Ware, die als Tafelware (Klasse 1 und 2) in den Handel gelangt oder direkt vom Produzenten vermarktet wird.
Kleine Fruchtdurchmesser
Der zunehmende Anteil an Hagelnetzen bewirkt, dass Hagelschäden den Anteil Tafeläpfel an der gesamten Erntemenge nur noch geringfügig beeinflussen. Die nasskalte Witterung im Frühling, speziell im Mai und Juni, sowie zum Teil auch Frühjahrsfröste sind für die seit 1997 tiefste Vorernteschätzung verantwortlich. Die Kulturen präsentieren sich gegenwärtig in einem guten Zustand.
Die von den Experten gemessenen Fruchtdurchmesser sind aber deutlich kleiner als im Vorjahr und können gemäss Experten nicht mehr aufgeholt werden. Höchstens ein Teil sei noch kompensierbar. Nimmt der Fruchtdurchmesser 1mm zu, steigt das Fruchtgewicht um rund 7%. Auch die errechnete Behangsdichte liegt mit 6.6 Punkten ebenfalls tiefer.
Keine Unterversorgung
Für Marc Wermelinger, Geschäftsführer von Swisscofel, dem Verband des Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels, hat die tiefere Ernte auch positive Aspekte. «Es wird dieses Jahr bei den Tafeläpfeln trotz allem nicht zu einer Unterversorgung kommen, wenn nicht noch ein massiver Hagelzug Schäden anrichtet», ist er überzeugt. Die kleinere Ernte könnte allerdings auch dazu verführen, dass auch weniger ausgefärbte Posten, die knapp genügen, eingelagert werden.
Der Grosshandel muss darauf achten, dass den Konsumenten dennoch Obst in optimaler Qualität angeboten wird. Das tiefere Angebot hat zur Folge, dass der Vermarktungsdruck tiefer ist und die Produzentenpreise höher sind. Am stärksten betroffen von der tiefen Ernte sind damit die Mostobstverarbeiter. Ihnen wird deutlich weniger Obst aus den Kernobstkulturen zur Verfügung stehen als im Vorjahr.
Gute Startpreise
Gestern Morgen haben die Branchenpartner das Vermarktungskonzept für Tafelkernobst 10/11 beraten und in Kraft gesetz. Darin enthalten ist auch der Preisrahmen, der vom Lagerbestand abhängig ist. Dieser wurde gegenüber dem Vorjahr unverändert gelassen. Gemäss Bruno Pezzatti, Direktor des SOV, bleiben die Zielpreise gegenüber dem Vorjahr stabil. Der Startpreis konnte aber gegenüber 2009 deutlich erhöht werden und liegt mehr oder weniger im Bereich von 2003, als ebenfalls eine sehr kleine Ernte resultierte. Die Preisverhandlungen seien mit mehreren Unterbrüchen sehr intensiv verlaufen, weil der Handel trotz der kleinen Ernte tiefere Preisvorstellungen hatte. Schlussendlich habe man sich aber einvernehmlich einigen können.
Beim Vermarktungskonzept wurde der Ziellagerbestand bei verschiedenen Sorten leicht angepasst. Der Gesamtbestand bleibt mit 57000 Tonnen unverändert.
10'000t weniger Birnen
Die Birnenernte ist gegenüber dem Vorjahr wegen der Alternanz massiv kleiner. Für dieses Jahr schätzt der SOV die verkäufliche Menge Birnen auf 12000t. Dies sind 10000 t weniger als im Vorjahr. «Dieses knappe Angebot wird dazu führen, dass auch die Konsumenten höhere Preise zahlen müssen. Einen speziellen Run wird es vor allem auch auf die Williamsbirnen geben», erklärt Marc Wermelinger.