Homepage
Wetter
Markt & Preise
Politik & Wirtschaft
Tiere
Pflanzen
Landtechnik
Vermischtes
Hintergrund
Galerien
Marktplatz/Inserate
Service
Aboservice
Markt & Medien AGRAR
ePaper Schweizer Bauer

Bereits vor zwei Jahren lehnten sich Aufzüchter und Futtermüller gegen Kommissionszahlungen auf, die sie den Eierhändlern abliefern müssen, wenn sie Futter oder Junghennen den Eierproduzenten liefern wollen. Seit diesem «Eierkrieg» haben Produzenten und Mischfutterhersteller Angst, sich öffentlich zu wehren.
Sie befürchten, dass sie von den Eierhändlern auf eine schwarze Liste gesetzt werden. Gemäss Branchenkennern wurden inzwischen zwar die Kommissionszahlungen aufgehoben.
Eierpreis wurde am 1. Juli 2010 gesenkt
Gleichzeitig senkte beispielsweise die Lüchinger und Schmid AG (L+S) per 1. Juli den Eierpreis um 0,44 Rp. und will per 1. September diesen um weitere 0,40 Rp. pro Ei senken. Dies geht aus Unterlagen hervor, die dem «Schweizer Bauer» zugespielt wurden.
Eine andere Abrechnung eines Legehennenbetriebs mit 12000 Stallplätzen zeigt, dass L+S dem Produzenten pro Ei zudem gut 2 Rappen weniger zahlt als andere Mitbewerber. Auf einen Betrieb mit 12000 Legehennenplätzen macht das über Fr. 70000.– pro Jahr aus. Der Netto-Eipreis liege sogar noch unter dem von Gallo Suisse errechneten Mindestpreis, so Kenner.
Lüchinger+Schmid dementieren
Über L+S werden rund 30 Prozent aller Eier des Detailhandels verkauft. Entsprechend hoch ist die Angst, dass nun auch andere Abnehmer versuchen, unter dem Konkurrenzdruck die Eierpreise zu senken. «Es ist nicht der Eierpreis selber, der entscheidend ist, sondern das, was dem Produzenten am Schluss nach Abzug aller Kosten übrig bleibt», erklärt L+S-Geschäftsführer Rudolf Schmid.
«Wenn wir so schlecht zahlen würden, wären in letzter Zeit nicht mehrere neue grosse Eierproduzenten zu uns gekommen. Wegen der unterschiedlichen Rahmenbedingungen wie z.B. der Finanzierungslage der Betriebe haben nicht alle Eierproduzenten den gleichen Eierpreis. Die Unterschiede sind aber marginal», so Schmid.
Migros zahlt Plattformen gleiche Preise
L+S betreibt für Migros eine von zwei Eierplattformen. Die Migros zahle an beide Plattformen die gleichen Preise. Die Plattformen führten die Preisverhandlungen mit den Produzenten direkt. Die Migros sei nicht involviert, wäscht Pressesprecher Urs Peter Näf seine Hände in Unschuld.
Gallo Suisse, der Verband der Eierproduzenten, welcher übrigens das Preismonitoring aufgegeben hat, stellt den Produzenten Preiskalkulationen zur Verfügung. «Wenn ein Produzent die Eier ‹verschenkt›, sind wir machtlos, aber auf die Dauer kann das kein Produzent verkraften», erklärt Geschäftsführer Oswald Burch.