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Viehexport

Viehausfuhren dramatisch zusammengebrochen

Nach der Abschaffung der Ausfuhrbeihilfen für Viehexporte Anfang 2010 ist der Schweizer Exportmarkt fast völlig zum Stillstand gekommen, wie aktuelle Zahlen belegen. Die Viehhandels-Branche setzt sich deshalb für eine Wiedereinführung der Bundesbeiträge ein.
Im ersten Halbjahr 2010 brach der Viehexport um 90 Prozent ein. / LID

Im ersten Halbjahr 2010 wurden gerade noch 297 Rindviecher aus der Schweiz exportiert. Im gleichen Zeitraum 2009 waren es noch 2759 gewesen, wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) am  Freitag berichtete.


Streichung der Exportbeiträge ist Hauptgrund

Grund für die Abnahme sei die Streichung der Exportbeiträge für Vieh auf den 1. Januar 2010 durch den Bund. Zuvor hatten die Exporteure für jedes Rindvieh rund 1100 Franken Staatsgelder erhalten.

Weil in der EU eine Kuh rund halb so viel koste wie in der  Schweiz, sei es für die Schweizer Händler kaum möglich, zu Schweizer Preisen zu exportieren, schreibt der LID. Die Viehhändler befürchteten wegen der ausbleibenden Exporte und dem damit verbundenen grösseren inländischen Angebot auch einen Preisverfall auf dem Inlandmarkt.

Alp- und Berggebiete seien besonders vom Exportrückgang betroffen, weil dort die Aufzucht von Rindvieh einen starken wirtschaftlichen Faktor darstelle.

Exportsubventionen müssen abgeschafft werden

Gestrichen wurden die Exportsubventionen in der Landwirtschaft auf Beschluss des Parlaments, weil mit der laufenden WTO-Runde bis 2013 alle Instrumente der Exportförderung abgeschafft werden. Betroffen davon ist nicht nur das Rindvieh, sondern auch der Käse und weitere Agrarprodukte.
Die Ausfuhrbeihilfen für Vieh hatten bis zu ihrer Streichung Ende 2009 jährlich rund fünf Millionen Franken betragen. Weiterhin unterstützt der Bund Marketingmassnahmen wie Messen und Tierausstellungen im In- und Ausland finanziell.

Wirtschaftskommission will wieder unterstützen

Nun findet eine Mehrheit der Wirtschaftskommission des  Nationalrats (WAK), der Bund solle den Export von Vieh wieder subventionieren dürfen. Mit 14 zu 11 Stimmen hatte die WAK Ende Juni beschlossen, ihrem Rat eine parlamentarische Initiative von Elmar Bigger (SVP/SG) zur Annahme zu empfehlen.

BLW nimmt Forderung zur Kenntnis

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) nimmt den Einbruch der Viehexporte zur Kenntnis, wie sein Sprecher Jürg Jordi am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. «Das Parlamant hat die Ausfuhrbeihilfen abgeschafft, es kann sie wieder einführen», fügte Jordi an.

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LID/sda [27.08.2010 18:27]
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