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Milchproduktexport

Nordostmilch schielt nach Asien

Der Milchverarbeiter Nordostmilch sucht sich neue Absatzkanäle und hat insbesondere den asiatischen Raum im Auge, wie aus einem Schreiben der Nordostmilch zu entnehmen ist. Die Mengenbeschränkung bringe den Schweizer Milchproduzenten keinen nachhaltige Verbesserung, schreibt das Unternehmen in einem Schreiben an seine Produzenten weiter.

Der Verwaltungsrat der Nordostmilch AG will in Zukunft die Chancen des liberalisierten Milch- und Käsemarkts aktiv nutzen und gründet deshalb die Tochtergesellschaft Swissmooh, heisst im Schreiben an die Produzenten.

Heile Bergwelt für den asiatischen und arabischen Raum

Mit der Marke Swissmooh soll das Premiumsegment erschlossen werden. Angeboten werden Käsespezialitäten sowie weitere Milchprodukte. Die Vermarktung läuft unter dem Motto "100 Prozent reine frische Milch von glücklichen Kühen mit natürlichem Futter, frischer Luft und aus der schönen Schweizer Alpenwelt." Durch den Herkunftsnachweis soll Transparenz geschaffen werden und das Vertrauen der Kosumenten gewonnen werden.

Zielmärkte sind gemäss Nordostmilch grosse Agglomerationen "der wirtschaftlich am weitesten entwickelten Länder in Asien und der Golfregion". Zielpublikum sollen "aktive, arbeitstätige, kaufkräftige, weltoffene 25 bis 50 jährigen Frauen und Männer sein, welche die Schweiz bereits kennen und schätzen oder von ihr gehört haben oder von ihr träumen."

Keine Konkurrenz zu den hiesigen Kunden

Mit dem dem neuen Projekt wird gemäss Nordostmilch die bestehende Zusammenarbeit mit den heutigen Kunden, den Käsereien und Molkereien, nicht in Frage gestellt oder gefährdet werden. Die neue Firma wird nur einen kleinen Teil der Milchmenge der Nordostschweiz vertreiben. Um die Hauptabsatzkanäle, EU und die Schweiz, der Milchabnehmer nicht zu konkurrenzieren, fokussiert sich Swissmooh auf die Märkte Asien und Arabische Halbinsel.

Swissmooh ist eine reine Vertriebsgesellschaft, die weder in die Verabeitung noch in die Verpackung investiert. Sie nutzt die bestehenden Geschäftsbeziehungen von Nordostmilch.

Überschaubares Risiko

Die Muttergesellschaft Nordostmilch will maximal eine Million Franken in das Projekt investieren. Das Risiko für die Aktionäre und Milchlieferanten beläuft sich auf 0,3 Rappen/pro Liter vermarkteter Jahresmilch. Für die weitere Limitierung des Risikos wird die Gesellschaft ausgegliedert, bei einem Scheitern ist lediglich das Risikokapital verloren, betont Nordostmilch.

Mengenbeschränkung bringen Milchpreise nicht zurück

Von einer neuen Mengenbeschränkung oder einer starken Segmentierung hält der Verwaltungsrat und Geschäftsleitung wenig.
Da die Grenzen zu Europa nebst dem Käse auch für andere Milchprodukte immer durchlässiger werden, führe ein Abkoppeln der hiesigen Preise vom Ausland zu Marktanteilsverlusten.
Eine Mengenbeschränkung mache nur Sinn, wenn gleichzeitig ein griffiger Grenzschutz eingeführt werden. Dies sei aber unwahrscheinlich, heisst es im Schreiben der Nordostschweiz.
Zudem ist der Milchverabeiter der Meinung, dass die eingeforderten Beträge von den Produzenten selbst verwaltet werden sollen. Diese würden besser in neue Märkte investiert statt in die Abräumung von Butter un Milchpulver. Dies schaffe falsche Anreize.
Gemäss der Führung der Nordostmilch sei fast unmöglich, eine Basis für eine nationale Milchsegmentierung zu.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie in der Mittwochsausgabe im Schweizer Bauer. 


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Reto Blunier [30.08.2010 19:29]
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