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Alpwirtschaft

Das Vieh auf den Alpen wird rar

Treibt der Senn im Herbst seine geschmückte Herde zu Tal, klingt das Gebimmel der Glocken immer dünner. Die Schweizer Bauern nämlich lassen immer weniger Vieh auf den Alpen sömmern. Mit ein Grund dafür ist der sinkende Milchpreis.
Alpabzug nach dem "Chästeilet" im Justistal BE. / sam

Von 2000 bis 2008 nahm die Zahl der «Normalstösse» auf die  Schweizer Alpen von rund 307'000 auf 294'000 ab, wie der  Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) am Samstag meldete.  Unter einem «Normalstoss» verstehen die Agrarier eine 100 Tage lang  auf der Alp gesömmerte Grossvieheinheit. Als Grossvieheinheit gelten  zum Beispiel eine Milchkuh oder fünf Ziegen.

Nur bei den Mutterkühen war der Trend gegenläufig. Hier nahmen  die Tiere, die 100 Tage auf der Alp waren, zwischen 2000 und 2008  von rund 14'000 auf über 25'000 zu. Für den Rückgang des übrigen  Alpviehs macht der LID vor allem die Milchkühe ausfindig.

Ins Gewicht fallen dabei der sinkende Milchpreis und der  gestiegene Anreiz zur Milchproduktion auf dem Heimbetrieb im Sommer.  Darum werden Alpen ohne Käseproduktion weniger mit Milchkühen  bestossen.

Alpkäse und höhere Subventionen

Von den über 100'000 Tonnen Alpmilch wurde 2009 gut die Hälfte zu  Käse. Alpkäse gibt eine deutlich höhere Wertschöpfung als die Milch,  deren rationelle Produktion im unwegsamen Alpgelände erschwert ist.  Hochleistungs-Milchkühe stossen bei den eher proteinarmen  Alpengräsern und -kräutern bald einmal an Futtergrenzen. Hinzu kommt  chronischer Personalmangel auf den Alpen.

Wie der LID schreibt, führt die geringere Bestossung der Alpen zu  einer Gefährdung gerade der artenreichen Trockenwiesen. Die Flächen  verganden, verbuschen und verwalden schliesslich.

Abhilfe könnte eine Ausweitung der Alpkäserei schaffen. Das  bedingt laut LID aber Investitionen. Seitens der Politik könnten  höhere Sömmerungsbeiträge eine Trendumkehr bewirken. Um die  Alpbestossung auf dem Stand von 2005 zu halten, wäre gemäss der  Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon eine Erhöhung von 330  auf 440 Franken pro «Normalstoss» einer Grossvieheinheit nötig.


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sda [04.09.2010 20:27]
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