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Schweine

Schweinehalter skeptisch gegenüber elektronischer Ohrmarke

Das Leben eines Schweins könnte in Zukunft von der Geburt bis zur Schlachtung mittels elektronischen Ohrmarken rückverfolgt werden. Die Technologie dazu muss noch entwickelt werden. Kein Schwein ist wie das andere.

Die einen werden nach Vorgaben der integrierten Produktion gehalten, die anderen nach Bio-Richtlinien. Das Auseinanderhalten von Schweinen aus den verschiedenen Produktions­systemen ist vor allem auf dem Schlachthof aufwändig, weil die Tiere beim Ablad einzeln nach Herkunft gekennzeichnet werden müssen.

Elektronische Ohrmarken

Nun zeigt eine Studie der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, dass dieser Ablauf effizienter gemacht werden könnte und zwar mittels elektronischer Ohrmarken. Kombiniert mit einer Datenbank lassen sich Lebensdaten wie Geburtsort, Herkunft oder der Standort des Mastbetriebs speichern. Dazu trägt jedes Schwein eine Ohrmarke mit einem eigenen, individuellen Identitäts-Chip. Mit diesem könnte nicht nur der Werdegang des Einzeltiers dokumentiert, sondern auch Auskunft über das Haltungssystem (Bio, IP) gegeben werden. Das Lesen der elektronischen Ohrmarken auf dem Schlachthof erfolgt automatisch mit einem (mobilem oder stationärem) Lesegerät.

Skepsis bei Landwirtschaftsbetrieben

In einer Umfrage wurden unter anderem rund tausend Schweizer Landwirtinnen und Landwirte befragt. 63 Prozent von ihnen lehnen die Rückverfolgbarkeit mit elektronischen Ohrmarken ab. Unter anderem befürchten sie einen administrativen Mehraufwand und steigende Produktionskosten. 21 Prozent der Befragten befürworten die neue Technologie.

Anders sieht es bei den vor- und nachgelagerten Bereichen wie Tierhandel, Tiertransport oder Detailhändler aus. Die Mehrheit von ihnen zeigt grosses Interesse am Einsatz elektronischer Ohrmarken bei Mastschweinen. Für sie gibt es neben der Effizienzsteigerung auf dem Schlachthof weitere Vorteile. Bei einem Seuchenausbruch etwa würde man genau wissen, welche Schweine mit den kranken Tieren Kontakt hatten. Auf diese Weise könnte eine Verbreitung schneller gestoppt werden. Einen weiteren Vorteil gibt es speziell für die Zuchtbetriebe. Sie könnten die Gewichtszunahme jedes einzelnen Schlachtschweins genau verfolgen und wüssten so, von welchen Elterntieren die besten Nachkommen hervorgehen.

Allerdings gibt es noch einige Probleme, wie die umfangreichen Praxisuntersuchungen zeigen. Die elektronischen Ohrmarken können leicht abfallen, wenn das Schwein sich dauernd damit an der Wand scheuert oder wenn es auf der Ohrmarke des Nachbarn herumkaut.


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mgt [09.09.2010 15:33]
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