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Braunviehschau 2010

Favoritin Gordon Belinda wird Miss Braunviehschau

Die amtierende Europameisterin Sturzenegger's Gordon Belinda von Ernst Sturzenegger, Heiden, wird Champion an der Braunviehschau in Zug. Reservesiegerin wird die Berner Kuh wyss-bs Jackpot Joana von Hans Wyss, Dieterswil. Mit Rangliste, Bildergalerien und Videos.
Grand Champion und Champion Schöneuter alt: Sturzenegger’s Gordon Belinda, Ernst Sturzenegger, Heiden. / Marcel Wipfli

Das Jahr 2010 ist in der Braunviehzucht das Jahr von Gordon Belinda. Nach dem Europameistertitel in Verona im Februar kann sich Ernst Sturzenegger und seine Familie kurz vor Ablauf des Jahres über einen weiteren grossen Titel ihrer Belinda freuen. Dieser Titel habe züchterisch für ihn wegen der ausserordentlich breiten und starken Konkurrenz den gleich hohen  Stellenwert wie der Titel in Verona, meinte Sturzenegger letzten Samstag in Zug. Die beide Schauen seien aber schwer vergleichbar.
Nach dem Sieg an der Olma und an der Eliteschau AR war die sechstlaktierende Belinda als Favoritin nach Zug gereist. Richter Walter Rhyner meinte: «Eine Kuh, die in allen Positionen beeindruckt». Am meisten beeindruckt das extreme Euter, das gerade für eine Sechstlaktierende sehr hoch ist. Aber auch Belindas kräftige Vorhand lässt die Züchterherzen schneller schlagen.

Grosser Zuchtfortschritt

Aber auch die anderen Kühe gaben Anlass zum Schwärmen. Der Preis für die Reserve-Champion wyss-bs Jackpot Joana ging zu Hans Wyss nach Dieterswil in den Kanton Bern. Auch wenn Joana nicht ganz den modernen Typ Kuh verkörpert, sind ihre einzelnen Merkmale beeindruckend. Sie zeigt viel Kapazität mit einem idealen Becken und einem sehr soliden Euter.
Im Auszug waren zudem die Kategoriensiegerinnen Zoldo Mara von WTS-Genetics, Menznau. Die schauerprobte Mara präsentierte sich einmal mehr in bester Kondition. Mit Eros Calanda von Richter und LBE-Experte Paul Caduff, Morissen, stand ebenfalls eine Europameisterschaftsteilnehmerin im Final.  Die Bündnerin ist eine über alle Positionen sehr ausgeglichene Zweitmelkkuh.
Jüngste im Auszug war Lindenhof-Top BS Macky Miranda von Marcel Vollenweider, Benzenschwil. Die ebenfalls Zweitlaktierende war vier Tage zuvor schon beim Swissgenetics-Jubiläum in Brunegg in der Endausmarchung um den Titel dabei und sagt viel über Mirandas Schaupotenzial aus. Dieses konnte sie dann auch im Wettbewerb um den Titel Miss Genetik ausspielen. Dort erkor sie Richter Andi Walser zu Miss Genetik.

Belinda auch überlegene Eutersiegerin

Den Schöneutertitel der älteren Kühe konnte Angelo Pozzatti vergeben. Auch hier war der Entscheid klar zugunsten von Gordon Belinda. Bei den jüngeren Kühen setzte sich die Brunegg-Champion Winkelried Zeus Zora von Ueli Bürkli, Schachen, klar durch.
Den Titel Miss Protein gewann Tomba Thekla von Walter Münger, Muolen. Mit durchschnittlichen 3,93% Eiweiss und 4,11% Fett in drei Laktationen war Thekla als Zweitrangierte ihrer Abteilung auch bezüglich Exterieur eine würdige Gewinnerin.
Den Titel Miss Lebensleistung  gewann die bekannte und erfolgreiche Stierenmutter und Schaukuh Elm Park Jetway Patty von Paul Schwegler, Ufhusen. Die bald 12-jährige Kuh wies zum Zeitpunkt der Ausstellung eine Lebensleistung von 116400 kg Milch auf.
Elf Kantone konnten einen Abteilungssieg feiern. Am meisten Siege konnte der Kanton Luzern verbuchen. Die Luzerner gewannen beim Original Braunvieh 8 Abteilungen. Fünf Mal stand eine Bündner Kuh im ersten Rang. Herausragender Luzerner war Ueli Bürkli mit nicht weniger als drei Siegen und dem Sieg beim Schöneuterwettbewerb der jungen Kühe.

Die Originalbraunen waren Top

Der Original Braunviehzuchtverband zeigte in drei Abteilungen einmal mehr eine hervorragende Qualität. Miss Original Braunvieh wurde die Waldo-Tochter Wolga aus dem Stall von Sepp von Ah aus Giswil. Das sehr gut verwachsene Voreuter und der hohe Euterboden gaben schliesslich den Ausschlag, dass Wolga auch den Eutertitel gewann. Der Reservetitel ging ins Entlebuch zu René Stalder, Hasle. Er gewann  mit Voeris Olympia.

Zürich siegt im Kantonscup

Die sehr harmonische Gruppe mit Auer's Jolden Indiana von Heidi und Roman Auer, Wetzikon, Langenhard's Agio Aspen und Jongleur Roxana von der BG Hofer/Kündig, Rikon im Tösstal, gewannen für Zürich klar den Kantonscup am Sonntagnachmittag. Richter Andi Walser, Haldenstein, meinte in der Begründung: «Eine sehr ausgeglichene Gruppe – sehr ähnlich im Typ, die Kühe sind gross und haben breite Euter und Becken. Der Kanton Luzern gewann mit den Kühen Prunki Praesent und Parko Pernilla von Willi Pfulg, Romoos, und Denzo Luna von Ueli Bürkli. Die Luzerner Küje hätte etwas Unregelmässigkeiten in den Voreutern aufgewiesen, so Walsers Begründung zur knappen, aber dennoch nachvollziehbaren Entscheidung.
Den dritten Rang belegte Graubünden mit Eros Calanda von Paul Caduff, Cadalbert's Payoff Armida, Familie Cadalbert, Lantsch/Lenz, und Collection Cutla von Carli Tuor, Rabius, St.Gallen, waren ebenfalls im Final vertreten.
OK-Präsident Carl Brandenburger zog aus züchterischer Sicht über die  Braunviehschau ein sehr positives Fazit. Leicht enttäuscht zeigte er sich aber über den Besucheraufmarsch am Sonntag. Er sah in den schwierigen winterlichen Strassenverhältnissen, in zu vielen Schauen innerhalb der gleichen Woche und im Schautermin kurz vor Weihnachten Gründe für den mittelmässigen Besucheraufmarsch.  Ansonsten zog Brandenburger auch aus organisatorischer Sicht eine positive Bilanz.
Sehr interessiert an der Braunviehzucht zeigte sich Bundesrat Ueli Maurer. Er beurteilte  die Standpräsentation der Kantonalverbände. Hier gewann ebenfalls Zürich.

Zur Rangliste der Einzelwettbewerbe...


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