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Braunvieh

Pedrini ist Betriebsmeister - Belinda ist Champion

Der Betrieb von Nicola und Ezio Pedrini gewinnt vor Emil Zwingli und Ueli Bürkli die Betriebsmeisterschaft. Sturzenegger's Gordon Belinda, von Ernst Sturzenegger ist Champion. Eutersiegerin wird Tufera Genetic Agio Ontaria von Franz-Heiri und Bärti Gisler. Mit Rangliste, Bildergalerien und Videos.
Betriebsmeister ist der Betrieb Ezio Pedrini vor Emil Zwingli und Ueli Bürkli. / ral

«Die beste Braunviehschau, die ich je gerichtet habe. Die Züchter haben beste Werbung für die Braunviehkuh gemacht», so Richter  Markus Gerber, Red-Holstein-Züchter aus Bellelay im Berner Jura. Die 6. Schweizer Betriebsmeisterschaft sei in allen Belangen ein Braunvieh-Spektakel erster Güte gewesen, pfichteten ihm Aussteller und viele eingefleischte Braunviehfans  unter den Besuchern bei. 

Kein Wunder, strahlte Emil Zwingli mit seiner Organisations-Crew. Grund zur Freude war auch die Feststellung, dass 48 Betriebe an der diesjährigen Betriebsmeisterschaft teilnahmen, – ein neuer Rekord. Zwingli, selbst auch Aussteller, hatte auch züchterisch mit dem zweiten Rang  in der Betriebsmeisterschaft allen Grund zum Strahlen.
Um Ezio Pedrini kam aber der Wattwiler Züchter, der unter anderem die Milchwert-Bewertung für sich entschied, nicht herum. Bereits in seiner zweiten Teilnahme stand  Pedrini zuoberst auf dem Podest. Damit hat der  Tessiner Zuchtbetrieb auch diese nationale Ausstellungen mindestens einmal für sich entschieden. Ein Abteilungssieg, ein zweiter und ein sechster Rang seiner Kühe sowie der zweite Rang bei der Milchwert-Bewertung reichten zum  Sieg. Emil Zwingli siegte beim Milchwert, erreichte einen dritten und zwei vierte Ränge und lag  schliesslich 1,8 Punkte  hinter Sieger Pedrini zurück. 

Rekordmeister Bürkli auf Rang 3

Der Rekord-Betriebsmeister Ueli Bürkli gewann mit 3 Punkten Rückstand Bronze. Auf Rang 4 folgte mit Kurt Willmann, Menznau, der Betriebsmeister 2008. Als bester Bündner klassierte sich Peter Allemann auf Rang 5 und war damit eine der grossen Überraschungen, auch wenn beim Untervazer Züchter dessen Formkurve schon länger Richtung nationale Spitze in der Schauszene zeigt.

Eutertitel an Gislers

Im Wettbewerb um den Schöneuter-Pokal ging es auf hohem Niveau mit viel Spannung in die Entscheidung. Schliesslich gab Richter Markus Gerber Tufera Genetic Agio Ontaria aus dem Stall von Franz-Heiri und Bärti Gisler, Bürglen, den Vorzug vor Jongleur Jessy von Christian Beeli, Flims Dorf. Die Europameisterin Sturzenegger’s Gordon Belinda von Ernst Sturzenegger, Heiden, erhielt die Ehrenerwähnung. Es überraschte nicht, dass Markus Gerber die Euter sehr stark gewichtete. Er zeigte sich dann auch überwältigt von der Qualität der Braunvieheuter. Er wisse, dass Braunvieh langlebig sei, hier werde es eindrücklich auch mit diesen Eutern gezeigt. Es sei wohl ein Grundstein der Erfolge der drei grossen Schweizer Rassen, dass man hierzulande  die Euterqualität in der Zuchtarbeit auch mit Euterwettbewerben derart stark gewichte. Bei Ontaria fand Gerber ein Topeuter, das «sehr ausbalanciert, breit vorne und hinten angesetzt und zudem gut verbunden ist».

Einmal mehr Gordon Belinda

In der Championwahl kam der souveräne Richter nicht um Sturzenegger’s Gordon Belinda herum.  Nur zehn Tage nach dem Sieg an der Braunviehschau   sorgt Belinda dafür, dass ihr Meister über  die Festtage gar nie aus dem Feiern kommt. Markus Gerber meinte zum Champion: «Sie ist die kompletteste Kuh ohne Wenn und Aber, überzeugt in der Bewegung und ist sehr ausbalanciert über alle Merkmale.»
Die ausdrucksstarke Windlin’s Rhythm Elena von Ezio und Nicola Pedrini wurde Reserve-Champion. Die drittlaktierende  Upstandig-Kuh stand in einer Top-Schaukondition im Ring. Gerber schwärmte: «Diese Kuh überzeugt mit ihrer Ausstrahlung, ihrer Kraft und  ihrer Rippe.» Einzig im Volumen des Nacheuters sah man Elena  an, dass sie dreizehn Monate vom Kalben weg ist. Genau dieses Nacheuter  machte für Gerber den Unterschied zu Belinda aus.  Jedoch sei Elena für ihn die klar beste Typkuh auf dem Platz gewesen, kommentierte der  Berner.
 Nach Acqua präsentiert Pedrini wiederum eine Rhythm-Tochter und hat damit einen weiteren Trumpf im Stall, den es zu beachten gilt. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird Elena in zwei Wochen an der Swiss Expo aufgeführt.

Jongleur Jessy holt zwei Titel

Christian Beeli konnte sich auch bei der Championwahl freuen. Jongleur Jessy, Abteilungssiegerin der Swiss Expo 2010, bekam auch die Mention honorable. Sie gefiel Gerber in ihrer Feinheit und mit den Stärken im Vor- und Nacheuter und dem ausgeprägten Zentralband. Damit ist Jessy die Revanche nach dem fünften Abteilungsrang an der Schweizer Braunviehschau gelungen.
Weiter im Auszug zur Championwahl war die Eutersiegerin Ontaria, die in der Abteilung hinter Belinda Rang 2 belegte. Hinter Jessy wurde Schamaun BS Zando Berna von Peter Allemann, Untervaz, Zweitplatzierte in der Abteilung. Eine typstarke Kuh, die es auch mit ihrem extrem hohen Nacheuter noch zu beachten gilt. Ebenso im Finale war die Abteilungssiegerin Denzo Luna von Ueli Bürkli, die mit ihrem ausbalancierten Typ, ihrer Rippe und dem starken Nacheuter und dem ausgeprägten Zentralband auf sich aufmerksam machte.
Einen starken Auftakt boten  die Abteilungen der jüngsten Kühe: allen voran die elegante Stuppan’s Gilberto Pilla von Tönet Stuppan, Sennwald,  Auer’s Jolden Indiana aus der Zucht von Heidi und Roman Auer, Wetzikon, und Jolden Roman, Peter Allemann, Untervaz. Auch bereits schauerfahrene Diven wie Studer’s BS Jolden Joy von Markus Studer, Schüpfheim,  Wurl Maia von WTS-Genetics, Menznau, oder Häcki’s Top Timo Hortensia von Karl Häcki, Hausen am Albis, siegten in ihren Abteilungen und machten damit deutlich, dass sie noch immer an vorderster Front mithalten können. Deutlich über 2000 Besucher kamen trotz winterlicher Strassenverhältnisse. Sie hielten die Festlaune hoch und feierten bis in die frühen Morgenstunden.

Bilder aller Abteilungen und Entscheidungen

Impressionen von der Betriebsmeisterschaft

Zur Rangliste (pdf-Datei)


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Marcel Wipfli [28.12.2010 18:47]
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