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Doha-Runde

Einigung könnte im Dezember am WTO-Gipfel in Genf besiegelt werden

Der Countdown zum Abschluss der Doha-Runde hat begonnen. Nach zehn Jahren zähen Verhandelns soll die ewige Baustelle im globalen Freihandel 2011 zu einem Ende kommen. So sehen es zumindest der WTO-Generaldirektor Pascal Lamy und zahlreiche Regierungen.
WTO-Generaldirektor Pascal Lamy

Zumindest wäre es möglich, dass die Freihandelsrunde im kommenden  Dezember in Genf besiegelt wird. Dort findet nämlich zwischen dem  15. und 17. Dezember die nächste Konferenz der Minister der 153  Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) statt - exakt zehn  Jahre nach Beginn der Runde in Katars Hauptstadt Doha.

Beim Gipfel der G20-Staaten im November in Seoul bekräftigten die  wichtigsten Staatsoberhäupter dieser Welt nochmals ihren Willen, die  Runde abzuschliessen. Ein politisches Zeitfenster öffnet sich im  nächsten Jahr - beispielsweise weil in grossen Ländern wie den USA  oder Brasilien keine Wahlen anstehen.

Unter dem Eindruck der Krise

80 Prozent der Arbeit sei getan, gibt WTO-Generaldirektor Lamy  an. Das Feilschen um den Rest gestaltet sich dafür umso mühseliger,  zumal das internationale Umfeld von den Krisenfolgen geprägt ist.  Unter diesen Umständen verteidigen alle Staaten ihr Stück des  Kuchens noch verbissener. Trotz aller Hürden glaubt Lamy nach wie  vor, dass ein Abschluss möglich ist, wie er immer wieder sagt.

Münden soll die Doha-Runde in einer Abschaffung der Zölle auf  tausenden Produkten; zudem sollen die Staaten ihre Subventionen für  die Landwirtschaft kürzen. In beiden Fällen zählt die Schweiz zu den  Ländern mit den höchsten Ansätzen. Nach Schätzungen könnte der  Abschluss der Doha-Runde für den Welthandel einen willkommenen  Anstoss von hunderten Milliarden Dollar versetzen.

Weichen im Frühjahr stellen

Die Programm für den Abschluss ist aber gedrängt: Beim  Landwirtschaftsdossier müssen die Verhandlungen laut dem  neuseeländischen Arbeitsgruppenleiter David Walker Mitte Januar in  die Schlussphase treten, damit rechtzeitig ein Entwurf vorliegt.

Die Arbeitsgruppe, die sich unter der Leitung des Schweizer  Botschafters Luzius Wasescha mit dem Marktzugang für Industriewaren  befasst, nimmt ebenfalls im Januar ihre Verhandlungen wieder auf.  Kürzlich sprach Wasescha von «Fortschritten».

Zumindest zu einem Ideenaustausch wird es Ende Januar in Davos  beim Weltwirtschaftsforum WEF kommen. Dort finden sich rund 20  Wirtschaftsminister ein - unter ihnen auch Bundesrat Johann  Schneider-Ammann. Damit im Dezember ein fertiger Text vorliegt,  müsste es ungefähr Ende Juli zu einem Konsens kommen.

Kaum veränderte Positionen

Seit 2008 sind die Verhandlungen indes blockiert. Sie liefen auf  Grund nach einer unüberbrückbaren Differenz zwischen den USA und  Indien. Dabei ging es um eine Schutzklausel, die bei einem zu  starken Anstieg der landwirtschaftlichen Einfuhren zum Tragen  gekommen wäre.

Die Positionen haben sich seither kaum verändert. Die  Entwicklungsländer widersetzen sich einer Öffnung ihrer Märkte für  industrielle Produkte. Genau darauf bestehen aber die entwickelten  Staaten, damit sie sich im Gegenzug zu Konzessionen bei der  Landwirtschaft bereit erklären. Zudem verlangen vor allem die USA  von Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien, dass sie ihre  Märkte öffnen, um die Weltwirtschaft stimulieren zu helfen.

Die Entwicklungsländer fürchten bei einer Öffnung aber Folgen für  ihren Industriesektor. Nebst dem Schutz der eigenen Industrie sorgen  die Zölle zudem für Einnahmen für den Staat.

Nebst dem möglichen Ende der Doha-Runde könnte die  Ministerkonferenz vom Dezember in Genf auch den Rahmen für einen  weiteren geschichtsträchtigen Moment bieten: der Beitritt Russlands  zur WTO. Im Dezember einigten sich die EU und Moskau auf einen  Beitritt, nachdem zuvor bereits die USA eine ähnliche Einigung mit  den Russen getroffen hatte.


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sda [30.12.2010 16:11]
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