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Qualitätsstrategie

Ohne Gentech aber mit Tourismus-Logo in die Zukunft

Die Schweizer Landwirtschaft will auf Gentechnik verzichten. So steht es in der Charta zur Qualitätsstrategie, die Ende Februar überarbeitet wurde. Künftig könnten Schweizer Produkte mit der Marke von Schweiz Tourismus - der Goldblume - exportiert werden.

Die Charta schreibt die Eckpfeiler der Qualitätsstrategie der  Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft fest. Sie wurde im Herbst  2010 in die Konsultation geschickt und nun bereinigt, wie das  Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Donnerstag mitteilte.

Neben Werten wie Natürlichkeit, Genuss und Nachhaltigkeit taucht  in dem dreiseitigen Dokument auch ein Bekenntnis zur gentechfreien  Produktion auf: «Die Landwirtschaft verzichtet zur Nutzung von  Marktchancen auf die Verwendung von gentechnisch veränderten  Organismen», heisst es. Dazu zählen vermehrungsfähige Pflanzen,  Pflanzenteile, Saatgut und Tiere.

Verzicht auf Gentech «kein Dogma»

Dieser Passus hat laut BLW zwar für Diskussionen gesorgt. Dennoch  hat er es in die Endfassung geschafft - wenn auch die ursprüngliche  Wortwahl geändert wurde. In der Version, die in die Konsultation  geschickt wurde, hiess es: «Wir verzichten bewusst auf die  Einführung und den Einsatz von gentechnisch veränderten Mechanismen.»

Die neue Formulierung 'zur Nutzung von Marktchancen'  verdeutliche, «dass es sich nicht um ein Dogma handelt», sagte  Patrik Aebi vom BLW auf Anfrage der SDA. Vielmehr verzichte man auf  Gentechnik, «weil das die Schweizer Konsumenten so wünschen». Aebi  leitet den Bereich Qualitäts- und Absatzförderung im BLW.

Trotzdem zeigte sich die SGCI Chemie Pharma Schweiz in ihrer  Reaktion vom Donnerstag besorgt. Der Interessenverband der chemisch- pharmazeutischen Industrie bezeichnet den Verzicht auf Gentechnik  als «Selbstbeschränkung». Diese sei «sachlich nicht gerechtfertigt»  und berge die Gefahr grosser negativer Folgen für die Industrie.

Der Verband kritisiert zudem, dass die Industrie im Bereich der  landwirtschaftlichen Produktionsmittel, Lebensmittelzutaten und - zusatzstoffe nicht zu den Qualitätswerkstätten eingeladen war, die  das BLW zur Charta durchgeführt hatte. Wann und wo die Charta  unterschrieben wird, ist laut Bundesamt noch offen.

Emmentaler mit Goldblume?

Die Qualitätsstrategie ist eine Antwort auf die sich öffnenden  Märkte und die Reformen in der Landwirtschaft. Die Schweiz soll  international eine führende Rolle in der umwelt- und tiergerechten  Produktion von sicheren Lebensmitteln einnehmen.

Zu dieser Strategie gehört auch die Idee, Lebensmittel künftig  mit dem Logo von Schweiz Tourismus - der Goldblume mit  Schweizerkreuz - zu exportieren. Heute trete man im Ausland nicht  einheitlich auf, sagte Patrik Aebi vom BLW: «Mit der Goldblume  müsste keine eigene Marke für den Export aufgebaut werden.» Zudem  vertrete Schweiz Tourismus dieselben Werte wie die Landwirtschaft  und verwende die gleiche Bildsprache.

Gespräche zur gemeinsamen Nutzung der Goldblume seien auf  verschiedenen Ebenen in Gang, schreibt das BLW. Schweiz Tourismus  war am Donnerstagmittag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.


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sda [03.03.2011 11:40]
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