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Die Charta schreibt die Eckpfeiler der Qualitätsstrategie der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft fest. Sie wurde im Herbst 2010 in die Konsultation geschickt und nun bereinigt, wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Donnerstag mitteilte.
Neben Werten wie Natürlichkeit, Genuss und Nachhaltigkeit taucht in dem dreiseitigen Dokument auch ein Bekenntnis zur gentechfreien Produktion auf: «Die Landwirtschaft verzichtet zur Nutzung von Marktchancen auf die Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen», heisst es. Dazu zählen vermehrungsfähige Pflanzen, Pflanzenteile, Saatgut und Tiere.
Verzicht auf Gentech «kein Dogma»
Dieser Passus hat laut BLW zwar für Diskussionen gesorgt. Dennoch hat er es in die Endfassung geschafft - wenn auch die ursprüngliche Wortwahl geändert wurde. In der Version, die in die Konsultation geschickt wurde, hiess es: «Wir verzichten bewusst auf die Einführung und den Einsatz von gentechnisch veränderten Mechanismen.»
Die neue Formulierung 'zur Nutzung von Marktchancen' verdeutliche, «dass es sich nicht um ein Dogma handelt», sagte Patrik Aebi vom BLW auf Anfrage der SDA. Vielmehr verzichte man auf Gentechnik, «weil das die Schweizer Konsumenten so wünschen». Aebi leitet den Bereich Qualitäts- und Absatzförderung im BLW.
Trotzdem zeigte sich die SGCI Chemie Pharma Schweiz in ihrer Reaktion vom Donnerstag besorgt. Der Interessenverband der chemisch- pharmazeutischen Industrie bezeichnet den Verzicht auf Gentechnik als «Selbstbeschränkung». Diese sei «sachlich nicht gerechtfertigt» und berge die Gefahr grosser negativer Folgen für die Industrie.
Der Verband kritisiert zudem, dass die Industrie im Bereich der landwirtschaftlichen Produktionsmittel, Lebensmittelzutaten und - zusatzstoffe nicht zu den Qualitätswerkstätten eingeladen war, die das BLW zur Charta durchgeführt hatte. Wann und wo die Charta unterschrieben wird, ist laut Bundesamt noch offen.
Emmentaler mit Goldblume?
Die Qualitätsstrategie ist eine Antwort auf die sich öffnenden Märkte und die Reformen in der Landwirtschaft. Die Schweiz soll international eine führende Rolle in der umwelt- und tiergerechten Produktion von sicheren Lebensmitteln einnehmen.
Zu dieser Strategie gehört auch die Idee, Lebensmittel künftig mit dem Logo von Schweiz Tourismus - der Goldblume mit Schweizerkreuz - zu exportieren. Heute trete man im Ausland nicht einheitlich auf, sagte Patrik Aebi vom BLW: «Mit der Goldblume müsste keine eigene Marke für den Export aufgebaut werden.» Zudem vertrete Schweiz Tourismus dieselben Werte wie die Landwirtschaft und verwende die gleiche Bildsprache.
Gespräche zur gemeinsamen Nutzung der Goldblume seien auf verschiedenen Ebenen in Gang, schreibt das BLW. Schweiz Tourismus war am Donnerstagmittag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.