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»Agrotourismus - Standbein für die Zukunft |
"Ohne Landwirtschaft gibt es keine Zukunft für den Tourismus", so wurde der Walliser Finanz- und Agrarminister, Wilhelm Schnyder, von der welschen Zeitung «Le Temps» nach der Vorstellung des Projekts im Januar zitiert.
Vielleicht ein historischer Spruch, mutmasste der «Le Temps»-Journalist, denn um die Lehren für die Umsetzung der AP 2011 bei der Entwicklung für den regionalen ländlichen Raum zu ziehen, hat der Bund das Eringertal als Pilotregion auf schweizerischer Ebene ausgewählt (zusammen mit einem Projekt im Tessin).
Der Bund und der Kanton finanzieren insgesamt 21 Projekte in drei Gemeinden im Eringertal. Ziel ist es, eine rentierende Landwirtschaft zu erhalten und das touristische Potenzial des Tales auf «sanfte» Weise auszuschöpfen.
Kinder- Wanderer- und Biker-Paradies mit gluschtigem Angebot
Der Mammutanteil des Projektes Val d’Hérens ist die Wiederbelebung des seit den 50er-Jahren verlassenen Weilers Ossona auf dem gleichnamigen Hochplateau, 940 m über Meer und 25 km südöstlich von Sion gelegen. Dort soll ein Agrotourismus-Zentrum mit Käserei, Ställen für Milch- und Eringer Kampfkühe, Pferde und Ziegen entstehen.
Für Käser, Hirten und Touristen sollen die in Zerfall stehenden Hütten zu Herbergen ausgebaut werden. Für die Kinder ist ein Streichelzoo vorgesehen. Im Sommer sollen in Ossona 4 bis 7 Personen beschäftigt werden, hofft der Gemeindepräsident von St. Martin, Gérard Morand, einer der führenden Köpfe des Projektes. Die Kühe und Geissen sollen noch diesen Herbst in den Ställen einziehen, und ab dem Frühling 2007 hofft Morand, die ersten Touristen empfangen zu können.
Nachhaltige Förderung von Berggemeinden
Vater des Projektes Ossona ist der ehemalige Direktor der «Stiftung für das Pferd» Le Roselet, Daniel Beuret. Unterstützung erhielt er von Gérard Morand und der Gemeinde St. Martin als Besitzerin von Ossona. Morand kämpft sein Jahren gegen die Abwanderung und den Ruf des Eringertals, das Tal der Achtzigjährigen zu sein. Er gehörte zu den Gründern der «Allianz in den Alpen», einer internationalen Organisation, welche schon 190 einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtete Alpgemeinden zusammenschliesst.
Ganzes Tal soll vernetzt werden
Im Projekt ist auch die Vernetzung der verschiedenen Alpen des Tals durch Wander- und Mountainbike-Wege vorgesehen. Ausserdem sollen mehrere so genannte «Gîtes ruraux», rustikale Ferienhäuser, für zahlende Gäste eingerichtet werden.
Das Projekt wird durch den Bund mit 2,5 Mio. Franken unterstützt und wird insgesamt 7, 6 Mio. Franken kosten. Der Kanton und der Bund haben im Dezember 2004 eine entsprechendes Programm-Vereinbarung getroffen, in welcher die Rahmenbedingungen abgesteckt wurden.