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«Es ist möglich, dass das Vogelgrippevirus vermehrt fähig wird, von Mensch zu Mensch übertragen zu werden», sagte der Leiter des Anti-Grippe-Programms der WHO (Weltgesundheitsorganisation), Klaus Stöhr, am Donnerstag in Genf. Die Mutationen des Virus H5N1 gäben Anlass zu dieser Befürchtung, über Beweise verfüge die WHO aber noch nicht.
Viren mutierten laufend, sagte Stöhr weiter. Falls eine Mutation bestätigt werde, die durch den Menschen übertragen werden könne, nehme das Risiko einer weltweiten Epidemie zu.
Diese Ansicht teilt Christian Griot, Seuchenexperte vom IVI (Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe) nicht vollumfänglich. Die Gefahr einer Pandemie habe schon seit dem massiven Auftreten der Vogelgrippe im 2004 bestanden. Eine graduelle Steigerung sei spekulativ, fügt er an.
Bislang gab es drei bestätigte Fälle einer Übertragung des Vogelgrippevirus von Mensch zu Mensch, zwei in Vietam und einen in Thailand. In den übrigen Fällen wurde der Krankheitserreger von Tieren auf Menschen übertragen.
Virus wird immer vielfältiger und heimtückischer
Gemäss der Untersuchung der WHO habe das Virus auch den "Speziessprung" geschafft. In Indonsien sind Virus-positive Schweine gefunden worden. Ausserdem könne das Virus auch von Geflügel übertragen werden, welche keine Krankheitssymptome zeigten. Es sei möglich, dass sich das Virus dahingehend verändert habe, dass es sich auch über andere Infektionswege als über Aerosol verbreiten könne, z.b. über den Konsum von rohem Geflügelfleisch. Dies erhöhe die Gefahr für den Menschen, angesteckt zu werden, erheblich, meint Griot.
Seit dem Ausbruch der Vogelgrippe in Vietnam Ende 2003 sind in dem Land 36 Menschen an der Krankheit gestorben. Insgesamt starben an der Vogelgrippe 52 Menschen, 12 von ihnen in Thailand und 4 weitere in Kambodscha.