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Milchstreik

Freiburger Bauern sind streikwillig

Uniterre Freiburg fühlt den Puls bei den Milchproduzenten: Rund 80 Bauern erscheinen zur ersten Infoveranstaltung und sagen Ja zu einem europaweit koordinierten Milchstreik.
Uniterre Sektionspräsident Jacques Barras.

Rund 80 Bauern aus dem französischsprachigen Kantonsteil und dem angrenzendem Waadtland haben sich auf die Aufforderung ihrer Sektion "Uniterre Freiburg" in Mézières (Kt. Freiburg) versammelt. Sektionspräsident Jacques Barras und der Sekretär Jean-Eugène Pache luden auch zwei Bauern-Vertreter aus der Deutschschweiz zum Infotreffen ein: Bernhard Huber und Walter Blickenstorfer aus dem Kanton Zürich. Es sind die Mitbegründer der Big-M (Bäuerliche Interessengemeinschaft Marktkampf). "Wir sind in die Westschweiz gekommen, um unsere Kollegen über den Preiskampf zu informieren, den wir seit rund einem Jahr in der Deutschschweiz führen und ihnen die Angst vor einem Streik zu nehmen", sagten die Referenten.

"Wollen wir immer mehr arbeiten für den selben Lohn?", fragte der Sektionspräsident Barras seine Kollegen. Die Forderung der Milchbauern lautet: ein Milchpreis, der die Produktionskosten deckt: 1.10 Franken pro Liter. Heute werden rund 72 Rappen bezahlt, in der EU sind es rund 40 Euro-Cents. Gemäss Uniterre-Vorstand müssten sich die Bauern besser organisieren, um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen.

Bevölkerung sensibilisieren und Streik vorbereiten

Konkret schlug die Uniterre-Sektion Freiburg vor, darüber nachzudenken, wie ein Milchstreik zu organisieren sei und was mit der Milch zu geschehen habe während des Streiks. Auch die Bevölkerung müsse sensibilisiert werden.

Die Anwesenden waren mit ihrem Vorstand und mit dem Uniterre-Präsident Westschweiz, Pierre-André Tombez einig: Ein Streik ist nötig, er muss aber europaweit organisiert werden, damit sich die Milchverarbeiter nicht im angrenzenden Ausland mit Milch eindecken.

Ein Milchstreik müsse mindestens eine Woche dauern, meinten die Anwesenden. Tombez erklärte: "Wir lassen uns nicht in die Karten schauen, wir entscheiden, wann wir abbrechen!" Die gemolkene Milch wollen die Bauern gratis ab Hof den Konsumenten abgeben, und so ins Gespräch mit den Konsumenten kommen. Auch von Strassenständen vor Grossverteilern war die Rede. Milchlastwagen würde der Weg zu den Käsereien versperrt, nicht aber denjenigen der Cremo, "die Cremo, das sind ja wir", meinte ein Vorstandsmitglied.

Milchstreik als letztes Mittel

"Wenn wir genug stark auftreten und uns für unsere Sache wehren, dann braucht es vielleicht gar keinen Milchstreik", rief Tombez seinen Berufskollegen zu. Man müsse bei den Milchverarbeitern endlich einsehen: "Wir Bauern diktieren den Preis!" Im Juni werden Bauernvertreter von zwölf europäischen Ländern das weitere Vorgehen diskutieren und mögliche Termine für einen Milchstreik vereinbaren.


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Elisabeth Schwab-Salzmann [25.05.05 11:40]
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