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Kampagnenvorbereitung für Abstimmung im Herbst läuft

Am 27. November stimmt das Volk über die «Gentechfrei»-Initiative ab. Was wird getan, um das Volk zu überzeugen?

gentechnik: Das Volk hat das letzte Wort

«Draussen ist es zwar heiss, aber wir behalten einen kühlen Kopf, um die Kampagne erfolgreich durchführen zu können», sagt Marcel Liner, Mitarbeiter im «Gentechfrei»-Kampagnensekretariat. Der Termin für den Kampagnenstart ist bereits gesetzt: Am 28. September ist eine nationale Medienorientierung auf dem Bundesplatz geplant.

Nicht nur auf nationaler, sondern auch auf regionaler Ebene tut sich etwas: «Überall in der Schweiz werden Regionalkomitees gegründet. Die meisten haben auch schon mit ihren Aktivitäten begonnen», berichtet Liner. Die Regionalkomitees stellen auf Märkten ihre Stände auf und werben mit Flyern für ein fünfjähriges Gentechverbot in der Landwirtschaft. Für den Herbst ist eine Sonnenblumen- und Apfelverteilaktion an verschiedenen Bahnhöfen in der ganzen Schweiz geplant.

FDP hat Federführung

Auf der Seite der Gentechbefürworter laufen die Vorbereitungen noch nicht auf Hochtouren: Die FDP hat die Federführung im überparteilichen Pro-Komiteee. «Das Argumentarium ist in Vorbereitung, und die Kontakte werden geknüpft», sagt Christian Weber, Pressechef der FDP Schweiz. Zu wem Kontakte hergestellt werden, will Weber noch nicht verraten. Der Fokus der FDP richte sich derzeit auf die Abstimmung über die Personenfreizügigkeit, die Ende September ansteht. Weber zeigt sich aber bereits heute zuversichtlich über einen Sieg der Gentech-Befürworter: «Grundlagenentscheide im Bereich der Forschungsfreiheit fallen in der Schweiz praktisch nie zugunsten von Verboten aus. Und das Gentechmoratorium betrifft indirekt die Forschung», argumentiert Weber. Bereits bei der Gen-Lex habe das Volk nach dem Motto «Regeln sind besser als Verbote» entschieden. Zudem soll die Wahlfreiheit der Konsumenten gewährt bleiben. «Wenn dem nicht so wäre, gäbe es auch keine Bioprodukte in der Schweiz.»

Gentechfreie Gemeinden

Die Aktion «Gentechfreie Gemeinde» kommt laut Jacqueline Oggier, zuständig für die Koordination der «gentechfeien Gemeinden», immer mehr ins Rollen: Im Moment haben sich 20 Gemeinden gegen gentechnologisch veränderte Pflanzen und Tiere ausgesprochen. Wie sieht aber die rechtliche Lage aus? «Es ist viel mehr eine moralische als eine rechtliche Verpflichtung», meint Oggier. Mit der Aktion soll ein politisches Zeichen gesetzt werden. «Das Problem der rechtlichen Lage wird erst dann aktuell, wenn es in der Schweiz Zulassungen für gentechnologisch veränderte Pflanzen gibt. Wir vertrauen aber voll den Bauern, die unterschrieben haben.» hs


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[30.07.05]
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