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Geflügelpest beim Menschen

Notfallpläne gegen Vogelgrippe-Ansteckung

Mit Grippemedikamenten, Impfungen und durch eine rechtzeitige Isolierung Infizierter liesse sich ein Vogelgrippe-Ausbruch bei Menschen eindämmen, bevor es zu einer verheerenden weltweiten Epidemie kommt.

Zu dieser Einschätzung kommen zwei internationale Forscherteams, nachdem sie die Ausbreitung des Erregers und die Wirksamkeit verschiedener Gegenmassnahmen am Computer simuliert haben.

Selbst wenn sich die Vogelgrippe nicht ganz stoppen liesse, verschafften die Massnahmen Zeit für die Herstellung eines geeigneten Impfstoffes, schreiben sie in den Fachmagazinen «Nature» und «Science».

Angst vor H5N1-Mutationen

Derzeit grassiert die Vogelgrippe unter Geflügel in Asien, kürzlich wurden auch in Russland und Kasachstan infizierte Tiere entdeckt. Auf den Menschen ist das Virus des Typs H5N1 bisher nur vereinzelt übergegangen, über 40 Menschen sind jedoch daran gestorben.

Experten fürchten eine Veränderung des Erregers, die ihn auch von Mensch zu Mensch übertragbar machen könnte. Eine rasante weltweite Ausbreitung, eine so genannte Grippe-Pandemie, mit mehreren Millionen Toten könnte die Folge sein.


Impfstoff-Produktion dauert

Ein Impfstoff gegen ein solches Grippevirus gibt es derzeit nicht. Es kann erst produziert werden, wenn das Virus auftaucht. Die Herstellung würde etwa sechs Monate dauern.

Wissenschaftler von der Emory University (Atlanta/US-Bundesstaat Georgia) und der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health (Baltimore/US-Bundesstaat Maryland) simulierten mit einem Computermodell den Ausbruch der Vogelgrippe in einer ländlichen Region Südostasiens.

Die bäuerliche Bevölkerung dort lebt eng mit dem Geflügel zusammen. Deswegen glauben Experten, dass das Virus am ehesten in dieser Region die Fähigkeit erwirbt, sich direkt unter Menschen auszubreiten.

Den Computermodellen lagen Angaben zur Bevölkerungsstruktur in Thailand zu Grunde. Ausgehend von einem einzigen Infizierten analysierten sie dann, wie das Virus sich ausbreitet und welche Gegenmassnahmen die Ausbreitung am besten eindämmt.

Rasches Handeln nötig

Am wirkungsvollsten erwies sich die Verabreichung antiviraler Medikamente. Auch eine Impfung, selbst mit einem nicht genau auf den Virustyp zugeschnittenen Impfstoff, erhöhte die Chancen. Allerdings hängt der Erfolg von der Aggressivität des Virus ab.

Zudem müssten die Massnahmen rasch ergriffen werden. Laut den Forschern hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Vorrat von 120'000 Medikamenten-Dosen. Diese könnten reichen, wenn das Virus zwei bis drei Wochen nach seiner Entdeckung bekämpft werde. Misslingt die Eindämmung, könnten bis zu einer Millionen Dosen notwendig werden.


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sda/Anja Garms [03.08.05 13:22]