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»Gentechnologie: Segen oder Fluch - oder beides? |
Zu diesem Ergebnis kommen europäische Agrarmarktexperten in einer Untersuchung über die wirtschaftlichen Auswirkungen einer zunehmenden Verbreitung von gentechnisch veränderten Erzeugnissen.
Weil die Produktion von herkömmlichen Sojabohnen aus Brasilien, dem grössten Exporteur weltweit, innerhalb der kommenden zwölf Monate weiter abnehmen wird, rechnen die Fachleute mit einem Preisaufschlag von bis zu 25 %. Für die Viehwirtschaft, besonders die Fleisch- und Milcherzeugung, soll die zunehmende Preisdifferenzierung innerhalb von ein bis drei Jahren zu einem Kostenanstieg bei Futtermitteln um 6 % bis 10 % führen. Die Rentabilität der Erzeugung dürfte schätzungsweise um 9 % bis 29 % sinken.
GVO-Vermeidung immer komplizierter und aufwändiger
Nach Angaben der Experten hat der Verzicht auf gentechnisch veränderte Zutaten beispielsweise den Margarineherstellern bereits bis zu 16 % höhere Rohstoffkosten beschert. Bislang könnten die zusätzlichen Kosten noch von der Versorgungskette aufgefangen werden, schreiben die Fachleute. Auf Dauer würden die Unternehmen ihre GVO-Vermeidungsstrategie aber überdenken müssen.
Viele europäische Lebensmittelhersteller, die sich für eine Produktentwicklung ohne Gentechnik entschieden hätten, wüssten häufig nicht, zu welchem Anteil herkömmliche Lebens- und Futtermittelzutaten aus gentechnisch veränderten Erzeugnissen stammten. Hierfür gebe die Studie eine durchaus zum Nachdenken anregende Orientierungshilfe.