EU: Importstopp für Gentech-Mais?
Weil Syngenta noch kein Testverfahren für illegal produzierten Syngenta-Gentech-Mais geliefert hat, zieht die EU einen Import-Stopp in Betracht.
Das Agrounternehmen Syngenta muss in den USA wegen der unerlaubten Freisetzung des gentechnisch veränderten Bt10- Maises eine Busse von 375'000 Dollar bezahlen. Darauf haben sich das US-Landwirtschaftsministerium und Syngenta geeinigt.
Das Unternehmen akzeptiere die Entscheidungen und Anforderungen des Ministeriums vollumfänglich, teilte Syngenta am 8. April mit. Neben der Geldbusse verpflichtet sich Syngenta zudem, eine Konferenz zum Thema Compliance (regelkonformes Verhalten) zu finanzieren.
Obwohl es sich bei der Freisetzung um einen «bedauerlichen Fehler» handle, gebe es keine Gefahr für Konsumenten, die öffentliche Gesundheit oder die Umwelt; das habe auch die US- Behörde anerkannt. Syngenta werde weiterhin weltweit mit den zuständigen Regierungen und Behörden zusammenarbeiten, heisst es weiter.
Warten auf Syngenta-Informationen
Eigentlich hätte Syngenta diese Woche Informationen liefern müssen: Die EU-Kommission bedauert, dass weiterhin keine Tests auf den nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Bt-10-Mais des Schweizer Agrokonzerns möglich sind.
Der nicht für Import nach Europa zugelassenen Bt-10-Mais kann ohne genaue Angaben von Syngenta nicht vom (bewilligten) Bt-11-Mais unterschieden werden. Die EU-Kommission erwartet «bis spätestens 12. April» die Informationen, wie ein Sprecher am 8. April in Brüssel sagte.
Am 12. April werden Vertreter der EU-Mitgliedstaaten über das Thema diskutieren. Bis dann wolle auch die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine Stellungnahme zu Bt-10 vorlegen, führte der Sprecher weiter aus. Zudem verlangt die EU-Kommission weitere Informationen von den US-Behörden.
Importstopp würde 3,5 Mio. Tonnen Mais betreffen
Bereits wird in Brüssel über Massnahmen nachgedacht, falls Syngenta die Information nicht rasch liefert. Dabei geht es um einen vorübergehenden Importstopp für gentechnisch veränderten Mais als Futtermittel aus den USA in die EU. Davon betroffen wären 3,5 Millionen Tonnen.
In der Schweiz ist der Nachweis von Bt-10 ebenfalls noch nicht möglich, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bestätigte. Die Wahrscheinlichkeit, dass der nicht bewilligte Mais in Schweizer Lebensmittel oder Futtermittel geraten sei, sei aber «äusserst gering», sagten die BAG-Sprecherin und der Informationsverantwortliche des Bundesamtes für Landwirtschaft.
Syngenta hatte am 21. März informiert, dass der Bt-10-Mais in den USA unbeabsichtigt freigesetzt worden sei. Anders als Bt-11 enthält Bt-10 ein Antibiotikaresistenz-Gen. sda