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Serie Agrotourismus

Ein kleines aber feines Zusatzangebot

Zimmervermietung und Wellness, ein Sammelangebot, mit welchem Christina Mäder in den Agrotourismus einsteigen möchte. Mit Zimmern, die den Standard eines Familienhotels aufweisen, aber mit Bauernhof-Touch.

Christina Mäder aus Rosshäusern BE bietet seit Jahren Partyservice an. Ein Standbein, das dank Mund-zu-Mund-Propaganda Wesentliches zur Existenz der Familie beiträgt. «Bed and Breakfast» ergänzt bis heute das Gastro-Angebot. «All die Jahre haben wir renoviert, umgebaut, umstrukturiert», mehr Infrastruktur, Umgebungsarbeiten, eben Investitionen in den Tourismus, «der jetzt anders bewirtschaftet werden muss als Bed and Breakfeast», ist sich Christina Mäder sicher.

«Bis anhin sind bei uns Spontanübernachtungen die Regel, oder vereinzelt sind es Dauergäste.» Die Bettenauslastung möchte sie nun nicht mehr einfach dem Zufall überlassen.

Brauchbare Angebote

Christina Mäder hat vom neuen Tourismusangebot «Kultturwege Schweiz» gelesen. Sie denkt da vor allem an die «ViaSalina», die Route von Arc-et-Senans bis Bern. Die ViaRegio-Routen sollen die Gebiete entlang der Via-Routen für Ein- und Zweitagesausflüge erschliessen. Sie hätte die Infrastruktur und Betten: Ein grosses Zimmer mit Doppelbett, hellen Holzwänden, die Vorhänge aus Leinen, steht bereit - eine Oase der Ruhe.

Auch ein zweites Zimmer, in einem etwas rustikaleren Genre. Beide sind erreichbar über ein gemütliches Aufenthaltszimmer mit TV. «Wir haben so viel Lebensqualität auf unserem Hof», da sei einmal der Teich, die vielen Pflanzen, der grosse, neue Teich etwas ausserhalb des Gehöfts - da könnte man doch Liegestühle aufstellen. Die Gäste könnten sich abseits des Betriebs ungestört in der Sonne aalen.

Nicht allen Menschen sei es gegeben, sich neben arbeitenden Menschen zu erholen. «Ich möchte in meiner Freizeit auch nicht ständig mit schwitzenden und arbeitenden Menschen konfrontiert werden», sagt Christina Mäder.

Sich verkaufen heisse...

...sich von neidischen Blicken und Stimmen nicht beeindrucken zu lassen. Das sei jedoch leichter gesagt als getan. «Eigentlich möchte ich gar nicht, dass über uns geschrieben wird», aber es nütze ihr und ihren Ideen herzlich wenig, wenn sie zu hören bekomme: «Schade, dass wir nicht gewusst haben, dass hier so etwas angeboten wird.» Das Bauernhaus sei renoviert, die Familie zusammengeschrumpft, der Platz in Haus und Umschwung immens. «Die Österreicher, höre ich immer, sind erfolgreich im Agrartourismus.»

Die Bäuerin weiss auch, dass diese Betriebe, welche in den Agrartourismus eingestiegen sind, stark umstrukturiert worden sind. «Ich war noch nie persönlich auf einem solchen Betrieb», meint sie, «aber das Anbieten von Betten im ‹Hotelstil› ist eigentlich schon längere Zeit mein Ziel.» Sie möchte nicht in «Ferien auf dem Bauernhof» einsteigen. Nicht, dass sie Bauernhofferien nicht gut findet. «Meine Leidenschaft ist es nach wie vor, eine illustre Zahl von immer wechselnden Gästen zu bewirten», da liege halt ein Hotelbetrieb eher auf ihrer Linie.

Hellhörig geworden durch den Aufruf im «Schweizer Bauer», spezielle Angebote entlang einer Route zu melden, will sie nun auf diese Karte setzen. «Von Rosshäusern aus ist man bald einmal im Jura», sagt sie. Eine Erlebnisroute mit vielen historischen Stationen, die schon heute von vielen Velotouristen befahren werde. In Rosshäusern könnte ja die Tour ihren Anfang oder auch ihr Ende finden. «Auftanken, bevor die Fahrt angetreten wird, oder sich entspannen nach der Tour.»

Ihr Haus soll jedenfalls leben, die Zimmer vermietet werden: «Schliesslich haben wir unser Bauernhaus nicht einfach so zum Spass all die Jahre Schritt für Schritt renoviert», macht sich die Bäuerin für ihre Idee stark, nach und nach so eine Art Pension oder wohl eher Motel aufzubauen.

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VERONIKA HERREN-WENGER [30.03.05]