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Wäre die Kuh zwei Wochen später geschlachtet worden, wäre es auf den Tellern der Konsumenten gelandet, erklärt die Prionics AG, einer der wichtigsten Anbieter von BSE-Tests weltweit, in einer Pressemitteilung vom 7. Februar.

Per Ende Januar haben nämlich Migros und Coop die freiwillige BSE-Kontrollen eingestellt und die 8-jährige, kranke Kuh gehörte zu den letzten ausserhalb des obligatorischen Überwachungsprogramms getesteten Tieren.

McDonald's testet teilweise für Coop mit

Die Fastfood-Kette McDonald's lässt weiterhin BSE-Tests im Bell-Schlachthof in Oensingen durchführen, woher sie gemäss eigenen Angaben ihr gesamtes Fleisch bezieht. Wie Franzisca Ellenberger, Mediensprecherin McDonald's Schweiz, mitteilt, würde auch McDonald's einen Teststopp prüfen, wäge aber zurzeit einen Entscheid "sehr sorgfältig" ab.

Coop will Tests nicht wieder einführen

"Wir sehen keinen Anlass, unseren Entscheid zum Test-Stopp zu revidieren", gibt Karl Weisskopf, Pressesprecher der Coop Auskunft. "Coop hat den Entschluss nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden und Prof. Aguzzi, der weltweit anerkannten Schweizer BSE-Koryphäe, getroffen".

Über die Summe, welche Coop mit dem Verzicht auf BSE-Tests spart, schweigt sich der Sprecher aus. Es sei eine beträchtlicher Betrag, meint er. Ob die Einsparung sich auf den Ladenpreis von Wurst- oder Hackfleisch auswirke, beneint Weisskopf. Die Marge sei angesichts der Preisentwicklungen im Detailhandel ausgereizt.

Die Migros hat nach eigenen Angaben seit der Einführung der freiwilligen Tests im 2001 bis Ende November 2004 583'000 Kühe auf BSE-Erreger untersucht. Dies hätte Kosten von 41 Mio. Franken verursacht.

Prionics pocht auf Weiterführung der Tests

Obwohl die Prionics mit dem Teststopp der Migros und Coop rund 150'000 Testkits weniger verkaufen können, stünden die wirtschaftlichen Gründe nicht im Vordergrund, meint Markus Moser, Geschäftsführer der Prionics AG. Schliesslich verkaufe die Prionics europaweit jährlich 4 Mio. Tests.

Vielmehr sei die Haltung der Grossverteiler und der Behörden zynisch, freiwillig darauf zu verzichten, so viele BSE-Rinder wie möglich aus der Nahrungskette herauszufiltern, schreibt die Prionics AG. Die Behauptung, flächendeckende BSE-Tests seien überflüssig werde von den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen widerlegt, argumentiert Moser.

Im 2004 war gemäss der Website des Bvet (Bundesamt für Veterinärwesen) von den schweizweit 3 BSE-positiven Tieren, ein einziges positives Tier unter den 133'000 freiwillig getesteten Tieren entdeckt worden. Im 2003 waren es 2 von 153'000 freiwillig getesteten Tieren gewesen.

Zerlegung von infiziertem Fleisch kontaminiert trotzdem

Zudem sei die Behauptung der Grossverteiler, dass die Entnahme von speziellen BSE-Risikoorganen wie Gehirn und Rückenmark die BSE-Tests überflüssig machten, und demnach BSE-Tiere unbedenklich konsumiert werden könnten, nicht stichhaltig, erklärt die Prionics.

Mehrere internationale Studien hätten bewiesen, dass bei der Tötung und Zerlegung von doch Verunreinigungen stattfinden, erklärt Markus Moser.

Fast ganz Europa testet

In Europa werde nach wie vor flächendeckend getestet, meint Moser. Dies auch in Ländern mit tiefen BSE-Zahlen, wie zum Beispiel Österreich (welches in seiner Geschichte erst einen einzigen BSE-Fall zu verzeichnen hatte), schreibt die Prionics.

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Barbara Pokorny