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Milchmarkt

Milchmarkt: Milchpreis unter Druck

Die Milchpreissenkungen variieren wegen dem Stützungsabbau durch den Bund je nach Produkt. Milchpulverhersteller sind vom Abbau stärker betroffen.

Die Milchpreisverhandlungen seien vielerorts noch offen, sagte Samuel Lüthi, Direktor des Schweizerischen Milchproduzentenverbands (SMP), am 20. April 2005. Die Akteure hielten ihre Karten bedeckt. Viele Verwerter hätten die Resultate der Grossen - vor allem von Marktleader Emmi - abgewartet. Mit einem Abschluss rechne er dieser Tage. Das neue Milchjahr beginnt am 1. Mai.

Durchschnittlicher Stützungsabbau von 1,5 Rappen pro Kilo

Nach seinen Informationen bewegten sich die von den Verwertern für den Stützungsabbau angepeilten Abschläge auf bis zu 3 Rappen je Kilo. Die 45 Millionen Franken, die der Bund in der Milchmarktstützung abbaut, würden pro Kilo Milch auf die ganze Milchmenge gesehen 1,5 Rappen ausmachen, fuhr Lüthi fort.

Je nach Verarbeitung der Milch seien die Verwerter nun unterschiedlich vom Abbau betroffen. Entsprechend gestalteten sie ihre Preisvorstellungen. Lüthi erklärte, alles beginne mit der Milchzentrifugierung. Je «zentrifugierter» die Milch sei, desto grösser falle der Stützungsabbau aus, gelte etwa als Faustregel.

So kappte der Bund der Magermilch, die zu Milchpulver wird, den Beitrag stärker, als der Trinkmilch, die im Tetrapack landet. Und je nachdem, wo der abgeschöpfte Rahm endet, fällt diesselbe Guillotine. So bleibt die Speisebutter im Kühlen, der Beitrag an die Industriebutter schmolz dagegen dahin wie diese an der Sonne.

Je mehr von dieser Faustregel nachteilig getroffenen Produkte die jeweiligen Verwerter nun herstellten, desto mehr Stützungsabbau wollten sie kompensieren, erläuterte Lüthi den Mechanismus.

ELSA, die Migros-Molkerei in Estavayer VD mit ihren 14 Prozent Anteil am Milchmarkt und vorwiegend Frischprodukten, könne darum kaum Kompensationen verlangen, sagte Lüthi. Cremo in Freiburg verlange nach seinen Informationen 2 Rappen Abschlag.

Hochdorf Nutritec - sie produziert viel Milchpulver - wolle 2 Rappen und der Nahrungsmittelkonzern Nestlé 2,5 Rappen weniger zahlen. Für die verlangten Milchpreissenkungen machen die Verwerter neben dem Stützungsabbau vor allem den Preiskampf der Grossverteiler geltend.

Preiszerfall seit Jahren

Im Milchjahr 2003/2004 zahlten die Hauptakteure am Markt folgende Preise pro Kilo Milch: Emmi (Anteil 27 %) 74,45 Rappen; AZM (18 %) 75,60; Cremo (16 %) 75,28; ELSA (14 %) 75,71; Nutritec (14 %) 76,01 und Nestlé (4 %) 75,02 Rappen. Den restlichen Anteil von 7 Prozent des Marktes teilen sich diverse kleinere Abnehmer.

Bereits 2003 waren die Kilopreise damit um durchschnittlich 1,08 Rappen gesunken. Im Vorjahr war der Preisrückgang mit 3,66 Rappen noch stärker gewesen. 2003/04 produzierten noch gut 33 000 Landwirte Milch. Ihr Einkommen erreichte pro Familienarbeitskraft nach vorliegenden Zahlen zwischen 2001 und 2003 durchschnittlich 2350 Franken im Monat, wie der Schweizerische Bauernverband ausweist.


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[20.04.05 17:03]