schweizerbauer.ch
Homepage
Wetter
Markt & Preise
Politik & Wirtschaft
Tiere
Pflanzen
Landtechnik
Vermischtes
Forum
Umfragen
Galerien
Kleininserate
Service
Aboservice
Kontakt
Newsletter
ePaper Schweizer Bauer
»Online-Suche:

Die erste Welle der Epidemie in den späten achtziger Jahren blieb gänzlich unentdeckt. Erst mit den systematischen Schnelltests wurde die tatsächliche Verbreitung des Erregers erfasst

In Frankreich dürften von Juli 1980 bis Juni 1997 mehr als 300'000 Rinder mit der Bovinen Spongiformen Enzephalopathie (BSE) infiziert gewesen sein. Aus dieser Gruppe könnten bis Juni 1996 rund 47'300 Tiere in einem späten Stadium der Infektion in die Nahrungsmittelkette gelangt sein, ohne dass spezifisches Risikogewebe entfernt worden wäre. Zu dieser Einschätzung kommen Forscher des französischen Institut für Gesundheit und Medizinforschung (Inserm).

Zahlen basieren auf Hochrechnungen

Die Forscher errechneten anhand der BSE-Fälle, die nach der Einführung systematischer Testprogramme im Jahr 2000 aufgedeckt wurden, wie viele Tiere seit dem vermutlichen Beginn der BSE-Epidemie in Frankreich Anfang der achtziger Jahre unentdeckt mit dem Seuchenerreger infiziert gewesen sein dürften. Ihre Untersuchungsergebnisse veröffentlichten die Experten jetzt im Wissenschaftsmagazin "Veterinary Research".

Anhand ihrer Berechnung kommen sie zu dem Schluss, dass sich der BSE-Erreger in den späten achtziger Jahren gänzlich unbemerkt im französischen Rinderbestand verbreiten konnte. Erst die zweite Welle der BSE-Epidemie nach dem Jahr 1990 sei beobachtet worden. Die Meldepflicht für klinische Fälle der Rinderkrankheit habe nicht ausgereicht, um das wahre Ausmass der Seuche festzustellen. Die Folge sei eine erhebliche Unterschätzung der Zahl infizierter Tiere gewesen.

Weitere Fälle mindestens bis zum Jahr 2006

Tatsächlich wurden in Frankreich durch die "passive Überwachung" mittels der Kontrolle klinischer Fälle von 1991 bis Juni 2000 nur 103 BSE-kranke Rinder registriert. Die tatsächliche Anzahl infizierter Tiere wird vom nationalen Gesundheitsdienst nun um ein Vielfaches höher geschätzt. Selbst von Juli 1996 an, als bestimmte Risikogewebe während der Schlachtung entfernt werden mussten, bis Juni 2000 könnten noch rund 1'500 infizierte Rinder in die Nahrungskette gelangt sein.

Nach Angaben der Inserm-Experten wurden in Frankreich bislang sechs Fälle der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) beim Menschen bestätigt, ein siebter Fall wurde Anfang Juli 2004 noch untersucht. Als wahrscheinlichste Ursache für die tödlich verlaufende Krankheit gilt ein Kontakt mit dem BSE-Erreger. Die Wissenschaftler rechnen damit, dass in Frankreich mindestens bis 2006 neue BSE-Fälle auftreten werden. age

Artikel ausdrucken
Artikel per Mail versenden
Schrift vergrössern