Eine erste Regelung für Grenzwerte von gentechnisch verschmutztem Saatgut in der EU ist zunächst vom Tisch. Die EU-Kommission verschob am 8. September 2004 einen Beschluss zu dem Vorschlag von Umweltkommissarin Margot Wallström.
"Die Zeit für eine Entscheidung ist noch nicht reif", sagte Chefsprecher Reijo Kemppinen am 8. September 2004 in Brüssel. Es müssten mehr Informationen über finanzielle Auswirkungen für die Industrie und die Landwirtschaft zusammengetragen werden.
Grenzwert von 0,3% ist umstritten
Wallström wollte Mais- und Rapssaat als "gentechnisch verändert" kennzeichnen lassen, wenn bei 0,3% der angebotenen Saaten entsprechende Veränderungen nachgewiesen werden.
Die Verschmutzung passiert ganz natürlich, da Pollen genveränderter Pflanzen durch den Wind auf Äcker mit konventionellen Landbau geweht werden.
Wie Kemppinen weiter sagte, gab unter den Kommissaren verschiedene Sichtweise über die Höhe des Richtwertes. Er hielt es für wenig wahrscheinlich, dass die Ende Oktober 2004 aus dem Amt scheidende Kommission das Dossier noch verabschieden könne. sda