schweizerbauer.ch
Homepage
Wetter
Markt & Preise
Politik & Wirtschaft
Tiere
Pflanzen
Landtechnik
Vermischtes
Forum
Umfragen
Galerien
Kleininserate
Service
Aboservice
Kontakt
Newsletter
ePaper Schweizer Bauer
»Online-Suche:

"Eigentlich sind wir schon etwas spät dran", erklärt Hanspeter Michel der Schweizer Reisegruppe, die letzte Woche auf ihrem Betrieb "Schweizer Milch" zu Besuch war. Trotzdem sind die Schweizer in Kaluga, etwa 150 Kilometer südwestlich von Moskau, die einzigen weit und breit, die mit Heuen begonnen haben.

Bereits haben sie mit zwei russischen Pressen über 1000 Rundballen gepresst. "Wir sind erst seit zwei Monaten hier", gibt Jakob Bänninger zu bedenken: "Die Zeit haben wir gebraucht, um 50 der 300 Hektaren Land zu pflügen und neu anzusäen mit 15 Hektaren Mais und 35 Hektaren Kunstwiese und dauernd Maschinen zu reparieren." Die Durchleuchtung des Maschinenparkes ergab nämlich, dass das meiste mehr als reparaturbedürftig war. So konnten die zwei Rundballenpressen zwar einigermassen repariert werden.

Die Parole heisst "Piriot", zu Deutsch "Vorwärts"

Ein einfaches weissrussisches, nur 2 Meter breites Teller-Mähwerk ersetzt nun einen erst einjährigen, russischen, grossen Mähaufbereiter, der gar nie richtig funktionierte. Kreiselheuer und Kreiselschwader wurden aus der Schweiz importiert. Diese gezogenen Maschinen funktionieren an den russischen Lipezk-Traktoren ausgezeichnet.

Noch sind 86 Hektaren Frühlingsweide und 38 Hektaren Klee-Luzerne-Gemisch zu heuen. «Jetzt müssen wir das Problem lösen, wie die Ballen heimgeführt werden sollen», sagt Jakob Bänninger. Er hat festgestellt, dass gar kein brauchbarer Ballenwagen vorhanden ist. Deshalb konstruiert er im Moment einen solchen.

Betriebsorganisation

Hanspeter Michel leitet die Heuerei auf den Feldern und arbeitet mit den Traktoristen zusammen. Sepp Lussi sorgt im Stall für Ordnung. "Wenn eine Schicht 24 Stunden arbeitet und dann drei Tage frei hat, ist dies für Kälber und Kühe nicht gut. Zeigt beispielsweise ein Kalb Anzeichen für Durchfall, überlässt man hier das Problem lieber der nächsten Schicht", erklärt Lussi. Deshalb seien sich die drei Schweizer einig, dass nach dem Heuet der Arbeitseinsatz auf dem Betrieb total neu organisiert werden müsse.

Es braucht neue Genetik

Auf Eutergesundheit und Milchqualität setzt Lussi ein besonderes Augenmerk. Alserstes hat er die gesamte Gummigarnitur an den Melkzeugen ausgewechselt. Etwas enttäuscht ist er über die Milchleistung der Kühe. Trotz besserem Futter ziehen sie nicht an. Der Markt schluckt die auf dem Betrieb von den 100 Kühen täglich produzierten 1400 Liter problemlos. So suchen die drei intensiv nach trächtigen Rindern in Russland. Doch dies scheitert meist an der Verseuchung der Bestände mit Leucose.

Rinder aus der Schweiz?

Sie seien dringend darauf angewiesen, dass der Import aus Europa wieder aufgehe. Nach ihrer Ansicht müsste das Bundesamt für Veterinärwesen die russischen Behörden endlich in die Schweiz einladen und sie von den BSE-Massnahmen und von der erreichten BSE-Freiheit der Schweiz überzeugen.

Ameropa aus Binningen

In der weiteren Nachbarschaft zur "Schweizer Milch" hat inzwischen die Binninger Welthandelsfirma Ameropa (unter anderem ein grosser Düngerproduzent in Russland) mit einer Mehrheitsbeteiligung 300 Kühe und 517 Hektaren Land in Pacht von der Kolchose der Stadt Kaluga übernommen, bestätigte der Kolchos-Direktor beim Betriebsbesuch. Es sollen 150 Kühe importiert werden. Martin Kindler, freischaffender Berater und Betreiber eines Rehabilitationszentrums für Alkoholiker, plant den Umbau des 400-plätzigen Anbindestalles in einen 300-plätzigen Laufstall mit Melkstand. Die Arbeiten sollen bis zum 1. September abgeschlossen sein.

Und bald RosAgro

Zudem plant die Schweizer Firma RosAgro in unmittelbarer Nachbarschaft zur "Schweizer Milch" den Neubau von vier Milchviehbetrieben mit je 250 Kühen. Diese möchten nächstes Jahr Schweizer Braunvieh oder FT/RH-Kühe importieren.

In Kaluga plant RosAgro auf 220 Hektaren einen Industriepark, der unter anderem einer Molkerei un

Artikel ausdrucken
Artikel per Mail versenden
Schrift vergrössern
Rudolf Haudenschild