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Die Schweiz sei überzeugt, dass die Vogelgrippe an der Quelle bekämpft werden müsse, sagte Jemmi vom Bundesamt für Veterinärwesen Bvet der Nachrichtenagentur SDA. Sie beteilige sich deshalb mit 4,8 Mio. Fr. gezielt an Programmen der UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), welche direkt bei den Tierbeständen ansetzten.
Die Schweiz habe sich an der Konferenz für eine multilaterale Lösung des Problems stark gemacht. «Denn wenn wir jetzt nichts unternehmen, kommt die Seuche zu uns», sagte Jemmi. Mit ihrem Beitrag wolle die Schweiz ein Zeichen setzen, dass sie sich in die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft zur Bekämpfung der Tierseuche einbinden wolle.
Zur Zeit fehlten im Kampf gegen die Vogelgrippe 1,2 bis 1,4 Mrd. Dollar (1,5 bis 1,8 Mrd. Fr.), sagte Jemmi. Die Delegationen in Peking seien aber optimistisch, dass die internationale Gemeinschaft mit ihren Programmen der Seuche Herr werden könne.
Roche verschenkt Tamiflu
Der Basler Pharmakonzern Roche kündigte in Peking eine Grossspende des Grippemitels Tamiflu an. Der Konzern habe zugestimmt, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 20 Millionen Dosen zu geben, mit denen zwei Millionen Menschen behandelt werden könnten, sagte die WHO-Sonderbeauftragte für pandemische Influenza, Margaret Chan, am 17. Januar. Letztes Jahr hatte Roche bereits 30 Millionen Tamiflu-Dosen zugesagt.
Die WHO hoffe, dass diese erste Lieferung ihr bald zur Verfügung stehe, um in Notfällen bei den ersten Zeichen einer Pandemie eingesetzt werden zu können. Tamiflu gilt als das wirksamste Mittel gegen das gefährliche Virus H5N1. Daneben setzt die WHO auch auf des Grippemittel Relenza des britischen Konzerns GlaxoSmithKline.
Experten warnen
Die erfolgreiche Bekämpfung der Vogelgrippe hängt nach Einschätzung von Experten mehr denn je von einem raschen und koordinierten Handeln der betroffenen Staaten und der Geldgeber ab.
«Das Risiko einer weltweiten Epidemie ist gross», auch wenn weder der Zeitpunkt noch die Schwere einer drohenden Pandemie vorhergesagt werden könnten, sagte Chan.
«Wenn die Mobilisierung von Geldern nicht umgehend erfolgt, wird in ein paar Monaten weit mehr Geld benötigt», sagte der Chef- Veterinär der UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), Joseph Domenech.
1,5 Milliarden Dollar mindestens
Die Weltbank rechnet mit einem Bedarf von 1,2 bis 1,4 Mrd. Dollar, um in betroffenen Entwicklungsländern die Gesundheitsdienste und die veterinärmedizinische Versorgung zu verbessern. Zudem soll die Überwachung gestärkt werden. Sie selbst hat bislang 500 Mio. Dollar freigegeben. Die EU hat 100 Mio. Dollar zugesagt.
Der UNO-Koordinator für die Grippebekämpfung, David Nabarro, sagte am 16. Januar allerdings, er benötige zusätzlich den bereits zugesagten Geldern weitere 1,5 Mrd. Dollar zur Bekämpfung der Vogelgrippe. An der Konferenz in Peking nehmen Vertreter von 89 Staaten, darunter die Schweiz, und 20 internationalen Organisationen teil.
Neuer Todesfall in Indonesien
Die Vogelgrippe ist immer wieder aufgetreten, vor allem in Tierbeständen. Seit einigen Jahren grassiert aber vor allem in Südostasien und China das aggressive Virus H5N1.
Es kann von Tieren auf Menschen übertragen werden und hat bereits zu rund 80 Todesfällen geführt. Erst am Dienstag bestätigte Indonesien einen neuen Todesfall: Laut dem Gesundheitsministerium in Jakarta starb ein Dreijähriger auf der Insel Java an der Vogelgrippe.
Kürzlich starben in der Türkei drei Kinder an der Krankheit. Wissenschaftler befürchten eine Pandemie, wenn der H5N1-Stamm des Virus mutiert und sich die Krankheit von Mensch zu Mensch überträgt.