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«Wir dürfen auf keinen Fall dieselben Fehler machen wie bei der Einschätzung von Aids Mitte der 80er-Jahre», sagte Nabarro am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos in einem dpa-Gespräch. «Damals hat man sich vor Panikmache gefürchtet und die Gefahren heruntergespielt.»
Natürlich sei die Zahl der bislang etwa 80, vornehmlich in Asien aufgetretenen Vogelgrippe-Todesfälle im Vergleich zu anderen Infektionskrankheiten oder allein den täglichen tödlichen Verkehrsunfällen gering.
«Aber das Risiko einer Pandemie, wenn das wirklich aggressive Virus H5N1 von Mensch zu Mensch übertragbar wird, ist sehr gross», sagte der direkt UNO-Generalsekretär Kofi Annan unterstellte Experte. Wer dies unterschätze, handle leichtfertig und spiele mit dem Leben von Millionen Menschen.
Die Vogelgrippe sei zwar schon lange bekannt, das jetzt für die Todesfälle verantwortliche Virus sei aber von einer anderen Dimension, sagte Nabarro. Eine Mutation des Virus könne unmittelbar bevorstehen oder sich erst später ereignen.
Verhältnis zu Tieren ändern- vor allem in Asien
Die Menschen müssten grundsätzlich begreifen, dass sich ihr Verhältnis zu Tieren ändern müsse. In Asien etwa haben die Menschen einen deutlich engeren Kontakt mit Hühnern als in anderen Teilen der Welt.
Auch der Umgang mit Tierkrankheiten sei weltweit in der Regel nicht gut. Hinzu komme in Asien, etwa in Vietnam oder Kambodscha, die Angst, Touristen zu verlieren. Wichtig sei, dass die industrialisierten Länder sich verstärkt dieser speziellen Probleme in armen Ländern annähmen.