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ePaper Schweizer Bauer
Es handelt sich um Schutzanzüge, Masken und Desinfektionsmittel. Zur Zeit seien Vorbereitungen für die Auslieferung dieses Materials im Gang, bestätigte Mediensprecherin Monika Weibel am Montag einen Bericht der «SonntagsZeitung».
Sollten sich Migros-Angestellte mit dem gefährlichen Virus anstecken, sei das Kantonsspital Freiburg vorbereitet, sagte Weibel weiter. Bei Denner sind die von der Migros getroffenen Massnahmen für das Handling mit Geflügel seit anderthalb Jahren Standard, bei in- und ausländischen Lieferanten, wie es bei der Pressestelle hiess.
Diskussion bei Bell
Der Fleischverarbeiter Bell, der Coop und weitere Detail- und Grosshändler, Gastrobetriebe und Lebensmittelindustrie-Betriebe beliefert, diskutierte am Montagnachmittag über zusätzliche Schutzmassnahmen im Geschäftsbereich Geflügel. Laut Sprecher Davide Elia gaben die Entwicklungen vom Wochenende den Ausschlag dafür.
Im Geflügelschlachthof der Bell gehörten Schutzmaterialen und Hygieneschleusen, Desinfektionsmittel zum Standard. Zusätzliche Desinfektionsmittel, etwa für Fahrzeuge seien bereit. Auch die Kontakte zu Spitälern und Behörden seien sichergestellt.
Aviforum, der Dachverband der Geflügelzüchter, setzt auf die vom Bund erlassenen Vorsichtsmassnahmen. «Mehr als das konsequente Abschirmen des Geflügels vor Wildvögeln und die Vorgaben zur Einhaltung der Stallhygiene ist jetzt für die Geflügelzüchter nicht machbar», sagte Direktor Ruedi Zweifel.
Die Vogelgrippe sei eine anzeigepflichtige Tierseuche. Bei einem Verdacht muss der Geflügelhalter den zuständigen Amtstierarzt informieren, und danach laufe alles nach Schema und gemäss der Tierseuchenverordnung ab. Einen Vorrat von Medikamenten und Schutzmaterial legen die Geflügelzüchter nicht an.
Die Betriebe mit dem Nötigen auszurüsten, sei Sache der zuständigen Amtsstellen, stellte Zweifel klar. Skeptisch ist der Verband gegenüber Impfungen. Das BVET weise darauf hin, dass sie derzeit keine Lösung seien.
Im Verkauf zu spüren
Im Verkauf schlägt sich die Vogelgrippe wie bereits im Herbst nieder. Die Migros-Sprecherin konnte den Rückgang zwar noch nicht beziffern. Auch wenn sich die Konsumentenstimmung gegenüber dem Herbst leicht erholt habe, sei der Geflügel-Absatz noch rund 20 Prozent tiefer als im Vorjahr.
Keine Rückgänge vermeldete Coop. Bei Denner ist der Absatz von in- und ausländischem Geflügelfleisch leicht gesunken. Zahlen gab die Pressesstelle allerdings nicht bekannt. Bei Bell, die nicht direkt verkauft, seien noch keine Rückgänge spürbar, sagte Elia. Doch von der Front kämen Meldungen über rückläufige Absätze.
Migros kritisiert Kommunikation
Nach Ansicht der Migros sorgten die bisherigen Informationen durch die Bundesämter für Gesundheit (BAG) und Veterinärwesen (BVET) für Verunsicherung unter den Kunden betreffen die Produkte von Geflügel. Beide Ämter hätten deshalb schon früher offiziell zur Sicherheit der Geflügelprodukte Stellung nehmen müssen, sagte Weibel.
Keine Probleme mit der Kommunikation hatte Coop: Es seien Diskussionen geführt und Entscheide gefällt worden, sagte Sprecher Karl Weisskopf. Auch aus Sicht von Denner war die zurückhaltende Kommunikation ausreichend.