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Nach den EU-Landwirtschaftsminister diskutierte der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit am 21. Feburar über Pro und Contra von Impfkampagnen für Geflügel gegen die Vogelgrippe.
Da die EU die Vogelgrippe so schnell nicht wieder loskriege, forderte der deutsche Landwirtschaftsminister Horst Seehofer über Alternativen zur Stallpflicht nachzudenken. Dazu könnte die Impfung gehören. "Wir können die Stallpflicht nicht jahrelang aufrecht halten", so der Minister. Es sei auf Dauer mit einer Infektionsgefahr des Nutzgeflügels durch Wildvögel zu rechnen. Deshalb sollte man sich einer Impfdebatte nicht von vornherein verschliessen.
Auf Markerimpfstoffe setzen
Aber auch für Seehofer bleibt das Problem der versteckten Ausbreitung der Seuche, im Falle von Impfungen. Er möchte daher Impfungen eigentlich erst dann bejahen, wenn es Markerimpfstoffe gibt. Dies soll in zwei bis drei Jahren der Fall sein.
Besonders der niederländische Landwirtschaftsminister Cees Veerman warb auf dem Rat für die Impfung des Nutzviehs gegen H5N1. Mittelfristig führe kein Weg daran vorbei. Die Ausbreitung von Tierseuchen, wie sie die Niederlande schon 2003 miterleben mussten, sei ohne die Impfung langfristig nicht zu verhindern. Grausame Bilder von Massenschlachtungen seien dem europäischen Publikum nicht zuzumuten.
Niederlande und Frankreich planen begrenzte Impfprogramme
Dennoch wollen die Niederländer sehr vorsichtig mit den Impfungen beginnen. Zunächst soll es nur um Hobby- und Zootiere gehen. An Nutzgeflügel ist noch nicht gedacht. Dessen Vermarktung könnte nämlich auf grosse Schwierigkeiten stoßen, zumal die Produkte deutlich als geimpft gekennzeichnet werden müssen, legte Veerman schon gestern vorsichtig den Rückwärtsgang ein.
Das niederländische Impfprogramm "light" soll nun heute im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit in Brüssel beraten werden. Das Programm soll freiwillig bleiben. Bei Kosten von EUR 140,- bis 150,- pro Betrieb kommen auch Zweifel an einer breiten Teilnahme auf.
Frankreich will in drei verschiedenen Departements Freilandgeflügel impfen, das in Feuchtgebieten mit Wildvögeln Kontakt gehabt haben könnte. Auch dieses Programm muss die Kommission erst genehmigen und zwar mit Zustimmung einer Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten im Ausschuss.
Geimpftes Nutzgeflügel: Schweiz behält sich Massnahmen vor
Die Schweiz behält sich Massnahmen gegen den Import von Fleisch und Eiern von geimpftem Nutzgeflügel aus Frankreich und den Niederlanden vor. Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) will die von der EU getroffenen Vorsichtsmassnahmen genau prüfen.
Das BVET werde die von der EU verfügten Einschränkungen unter die Lupe nehmen, sagte BVET-Sprecherin Cathy Maret auf Anfrage. Dabei gehe es darum zu analysieren, welche Garantien die betroffenen Geflügelproduzenten in Frankreich und den Niederlanden geben könnten.
Genügten die Auflagen nicht, werde der Bund Massnahmen prüfen. Diese können laut Maret von zusätzlichen Garantien bis hin zu einem Importstopp reichen. Die Schweiz begrüsse aber in jedem Fall, dass der Export lebender geimpfter Vögel aus Frankreich und den Niederlanden verboten sei.
Impfungen von Nutzgeflügel in der Schweiz seien weiterhin kein Thema, sagte Maret weiter. Problematisch sei dies insbesondere, weil geimpfte Tiere das Virus tragen und weitergeben könnten, selber aber nicht krank würden.