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Geflügelpest

WHO warnt vor weltweiter Grippe-Epidemie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erneut vor einer drohenden weltweiten Grippe-Epidemie mit Millionen von Toten gewarnt. Ursache könnte die Vogelgrippe sein.

In jedem Jahrhundert gebe es drei bis vier Grippe-Pandemien, «und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass wir verschont werden», sagte Klaus Stöhr vom WHO-Influenzaprogramm bei einer Konferenz in Bangkok am 25. November .

Wahrscheinlichste Ursache der globalen Grippewelle dürfte ein Übergreifen des Vogelgrippe-Virus' auf den Menschen sein, erklärte Stöhr. Offen sei bisher nur, ob dies «nächste Woche oder in den kommenden Jahren» geschehe. Schätzungen zufolge sei dann mit zwei bis sieben Millionen Toten und Milliarden Betroffenen zu rechnen.

Eine Influenza-Pandemie werde sich weltweit ausbreiten, «und jedes Land wird betroffen sein», warnte der WHO-Experte. Stöhr forderte die Regierungen auf, die Zeit bis zum bevorstehenden Beginn der Epidemie zu nutzen, ihre Spitäler auf den Ansturm vorzubereiten und öffentliche Informationskampagnen auszuarbeiten.

Ein Impfstoff stehe bislang nicht bereit. Derzeit arbeiteten zwar zwei US-Unternehmen an seiner Entwicklung, im kommenden Winter und Frühjahr stehe die Welt aber ohne jegliches wirksame Medikament da.

Kampf gegen Vogelgrippe

In Thailand und Vietnam wurden in diesem Jahr durch die Vogelgrippe bzw. die Geflügelpest 44 Menschen infiziert, 32 davon starben. Untersuchungen zufolge steckten sie sich bei infiziertem Geflügel an.

Der in Asien grassierende Vogelgrippe-Virusstamm H5N1 sei der wahrscheinlichste Kandidat für die Auslösung der befürchteten Influenza-Pandemie, sagte Stöhr. Seit April sei der Virus glücklicherweise nicht mehr mutiert, so dass die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes möglich erscheine.

Schweizer Experte teilt Befürchtungen der WHO

Der Schweizer Seuchen-Experte Christian Griot vom Institiut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe IVI hält die Einschätzungen der WHO für realistisch, wenigstens solange die Geflügelpest-Welle in Asien nicht eingedämmt ist.

Die Schwierigkeit in der Ausrottung der Geflügelpest bestehe darin, dass das Virus auch bei den Wildvögeln zirkuliere und dass die Veterinärdienste in den betroffenen Ländern personell, technisch wie auch materiell überfordert seien, erklärt Griot. Eine Impfung des Geflügels sei umständlich und es gebe auch für Tiere keinen adäquaten Impfstoff.

Bei der letzten schweren weltweiten Grippewelle 1918 bis 1919 starben Schätzungen zufolge zwischen 20 und 50 Millionen Menschen. Wissenschaftlern zufolge sprang auch in diesem Fall ein Vogelgrippe- Virus durch Mutation auf den Menschen über. sda/bp

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[25.11.04]