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«Die Ausbreitung der Krankheit bei Nutztieren in anderen europäischen und benachbarten Staaten ist sehr wahrscheinlich und könnte durch das Eintreffen infizierter Zugvögel aus Afrika und Nahost im Frühjahr noch beschleunigt werden», teilte die Behörde in Paris am 28. Februar 2006.
Frankreich hatte als erstes EU-Mitgliedsland das auch für Menschen gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 bei Nutztieren auf einem Zuchtbetrieb im Osten des Landes festgestellt. Am Montag begannen französische Veterinäre mit Massenimpfungen gegen die Tierseuche bei Geflügel.
Die Schutzmassnahme ist innerhalb der EU umstritten. So kann in geimpften Tierbeständen der Erreger nicht mehr eindeutig nachgewiesen werden. Eine Ausbreitung der Tierseuche ist damit nur noch schwer zu verfolgen.
Bedrohte Tierarten noch gefährdeter
Mit der weiteren Ausbreitung könnte sich auch das Aussterben ohnehin bedrohter Tierarten beschleunigen: «H5N1 kann neben dem Nutzgeflügel und den Zugvögeln auch andere Tierarten infizieren, von denen einige zu den vom Aussterben bedrohten Arten gehören», erklärte die Konferenz der Unterzeichnerstaaten der Konvention über die Biodiversität (CBD) in Montréal.
Die Vogelgrippe könne sich als «Bedrohung» für die Fauna herausstellen und «verheerende Auswirkungen» auf die Ökosysteme haben, erklärte der Leiter des CBD-Sekretariats, Ahmed Djoghlaf. Besonders «verletzlich» sei der afrikanische Kontinent, auf dem es nur sehr begrenzte Möglichkeiten gebe, die Vogelgrippe etwa mit Impfungen einzudämmen.
Durch die Massenkeulungen von infiziertem Geflügel bestehe zudem die Gefahr, dass die Nahrungsmittelvorräte schrumpften. Um den Proteinmangel auszugleichen, werde möglicherweise die Jagd auf wilde Tiere und die Überfischung der Meere zunehmen.