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Vogelgrippe

Bodensee und Rhein: Mit der Seuche leben lernen

Gemäss Experten muss man am Bodensee mit der Vogelgrippe leben lernen. Der Thurgauer Zivilschutz beginnt am 21. März 2006 mit dem Einsammeln toter Wasservögel.

Ab 21. März 2006 werden entlang von Bodensee, Untersee und Rhein Zivilschützer in Spezialausrüstung tote Wasservögel einsammeln. Damit wollen die Behörden die weitere Verbreitung der Vogelgrippe verhindern und neue Erkenntnisse über die Tierseuche sammeln. Beteiligt sind auch die an Rhein und Bodensee angrenzenden Kantone Schaffhausen und St. Gallen.

Seit drei Wochen ist die Schweiz von der Vogelgrippe betroffen. Von 600 untersuchten Proben waren insgesamt 19 positiv. Ausser dem toten Gänsesegler in Genf beschränken sich die Vogelgrippefälle auf den Bodensee und den Rhein.

Erste Bilanz positiv

Erste Erfahrungen mit den Massnahmen im Thurgau bewerten die Behörden als positiv. Das Ziel, das Übergreifen der Seuche auf Hausgeflügel zu verhindern, sei bisher vollständig erreicht worden, sagte der Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig am 20. März 2006 vor den Medien.

Weil die Durchseuchungsrate bei den Wildvögeln sehr gering sei, rechnet der Sonderstab Tierseuchen nicht mit einem Massensterben von Wildvögeln. Zudem sei die Viren-Konzentration im Gegensatz zu andern betroffenen Gebieten (z.B. Rügen) sehr gering.

Man müsse sich jedoch auf eine länger anhaltende Gefahrensituation einrichten, sagte Witzig. Das Einsammeln toter Tiere sei nötig, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Um die Thurgauer Polizei zu entlasten, wurde diese Aufgabe an den Zivilschutz delegiert.

Überwachungszone im Bezirk Nyon VD

Sieben Gemeinden im Waadtländer Bezirk Nyon VD sind neu Teil einer Vogelgrippe-Überwachungszone. Im benachbarten Frankreich war eine tote Ente gefunden worden, die mit dem H5N1- Virus infiziert gewesen war.

Das EU-Referenzlabor in Weybridge hatte bereits am 3. März bestätigt, dass die Ente am hochansteckenden Virus H5N1 gestorben sei. Der Befund sei den Waadtländer Behörden jedoch erst eine Woche später mitgeteilt worden, bestätigte Kantonsarzt Jacques-Henri Penseyres Berichte von «20 Minutes» und «Le Matin Bleu».

Die Waadtländer Behörden erfuhren aus dem Kanton Genf von dem Befund. Zusammen richteten beide die Überwachungszone ein. Sie erstreckt sich auf einer Länge von zehn Kilometern entlang des Fundortes der Ente in Prevessin-Moens (F). Betroffen sind die Waadtländer Gemeinden Coppet, Founex, Chavannes-de-Bogis, Commugny, Chavannes-des-Bois, Mies et Tannay.

Der Kanton hat die Gemeinden und die Geflügelzüchter über die zu treffenden Massnahmen informiert. Damit wurde erstmals im Waadtland eine Überwachungszone eingerichtet. Ein an Vogelgrippe erkrankter Vogel war bisher auf Kantonsgebiet nicht gefunden worden.


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sda [20.03.06 16:26]
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