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EU wollen Info über US-Mais BT-10

In der EU fehlen Informationen, um Importe auf den nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Bt-10-Mais von Syngenta zu testen. 1000 t wurden illegal importiert.

«Wir können den Bt-10-Mais nicht vom Bt-11-Mais unterscheiden», erklärte der Kommissionssprecher in Brüssel. Erst wenn Syngenta die notwendigen Informationen geliefert hat, werden Importkontrollen möglich sein.

Während Bt-11 in der EU eine Importgenehmigung hat, liegt eine solche für Bt-10 nicht vor. Dennoch will die Kommission bis zur Klärung keinen allgemeinen Importstopp auch für Bt-11 verfügen. «Das wäre nicht verhältnismässig», sagte der Sprecher.

Antibiotikaresistenz-Gen im Bt-10-Mais

Erst bei einem Treffen mit Syngenta vergangene Woche sei der EU- Kommission klar geworden, dass bei Bt-10 ein Ampicillinresistenz- Gen eingebaut sei, erklärte der Sprecher weiter.

Auch die Maissorte Bt10 enthält demnach ein Gen zur Antibiotika- Resistenz und ist weder in den USA noch in Europa zugelassen.

Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte sich bislang immer ablehnend zu Antibiotikaresistenzen in der kommerziellen Verwendung von Gentechprodukten geäussert. Markus Payer, Sprecher von Syngenta, sagte auf Anfrage, dass Bt-10 keine Gefahr für die Gesundheit und die Konsumenten darstelle.

Wann exakt Syngenta der EU-Kommission die geforderten Informationen liefern werde, konnte Payer nicht sagen.

Fragen an US-Kontrollbehörden


Über die Vertriebskanäle des Bt-11-Mais gelangten nach Angaben der EU-Kommission grössere Mengen des Bt-10-Mais in die EU, nachdem das Produkt in den USA irrtümlich genehmigt worden war.

Die EU-Kommission hat auch von den US-Kontrollbehörden Aufklärung verlangt. Umweltorganisationen werfen den amerikanischen Kontrolleuren vor, von der unerlaubten Freisetzung des Produkts gewusst, jedoch nichts unternommen zu haben.

US-Behörden hielten Infos zurück

Die US-Behörden hätten Informationen über den gentechnisch veränderten Mais vier Monate lang zurückgehalten, berichteten der «Spiegel» und die «Bild am Sonntag» am 3. April.

In einem Brief an den amerikanischen EU-Botschafter Rockwell Schnabel in Brüssel beklagte der zuständige EU-Generaldirektor Robert Madelin laut dem «Spiegel», die US-Regierung habe «seit Dezember 2004» von Anbau und der Verbreitung des Genmais' gewusst. Sie habe die EU darüber aber erst Ende März informiert.

Kann die USA die Aussaat überhaupt kontrollieren?

Um Kritikern der Gentechnik wegen des Skandals «keine Munition» zu geben, bitte Madelin die USA nun in ungewöhnlich höflicher Form um «gemeinsames Handeln» beim Krisenmanagement, berichtete das Nachrichtenmagazin weiter. Zugleich äusserte der EU-Beamte demnach aber Zweifel, ob die USA überhaupt zu «ausreichenden Kontrollen» in der Lage seien.

Deutschlands Verbraucherschutzministerin Renate Künast reagierte empört und ordnete die Entwicklung von Testverfahren an. Künast sagte der «Bild am Sonntag»: «Da ist etwas ausser Kontrolle geraten.» Es müsse dringend sichergestellt werden, dass kein Bt10 mehr nach Deutschland komme. Sie habe die Bundesländer angewiesen, umgehend Testverfahren zu entwickeln.

Dem «Spiegel» sagte die Ministerin, in allen Importhäfen müssten die Kontrollen verschärft werden; zudem müsse ein «EU-Monitoring System» errichtet werden, um nach dem Verbleib des rechtswidrigen Getreides zu fahnden. sda

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[04.04.05]
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