9.02.2012 09:35
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/pd
Kältewelle
Kälte beeindruckt Schädlinge nicht
Hat der Dauerfrost wenigstens den Effekt, dass die meisten Pflanzen-Schädlingen nicht überleben? Gemäss den Insektenspezialisten der Forschungsanstalt Agroscope sind Maden, Raupen und Kollegen gut an die Kälte angepasst. Entscheidend für eine starke Vermehrung werden die Bedingungen nach der Winterruhe sein.

«Wir erleben eine normale Kälteperiode - besonders, wenn wir die Jahrmillionen in Betracht ziehen, während denen sich die Schädlinge an solche Temperaturen gut anpassen konnten», erklärt Jörg Samietz, Insektenforscher und Leiter der Zoologie bei Agroscope.

"Art Frostschutzmittel im Blut"

Wie die Forschungsanstalt in ihrem Communiqué schreibt, verharren die meisten Insekten im Winter in einer Entwicklungsruhe. Sie bringen ihren Stoffwechsel fast bis zum Erliegen. Das Blut der Insekten wird durch eine Art Frostschutzmittel vor dem Gefrieren geschützt. Gemäss Samietz machen den meisten heimischen Arten selbst Temperaturen von unter minus 10 Grad nicht viel aus.

Um sich zu schützen, suchen viele Insekten im Winter Verstecke auf oder sie überwintern im Boden. Um die normale Wintersterblich-keit auszugleichen, reagieren sie mit einer entsprechend hohen Zahl an Nachkommen im nächsten Frühjahr. Entscheidend für die Entwicklung der Population ist das Wetter nach der Winterruhe.

Eingewanderte Arten mögen Kälte nicht

Die Agroscope geht davon aus, dass sich im Vergleich zu extrem warmen Wintern Unterschiede zeigen werden. So sei beispielsweise nicht mit aussergewöhnlich hohen Populationen bei Blattläusen zu rechnen. Auch eingewanderte Arten (z. B. Grüne Zitrusblattlaus oder die Walnuss-Fruchtfliege) macht die anhaltende Kälte arg zu schaffen. Diese sind an mildere Bedingungen angepasst und vertragen längere Frostperioden schlechter als die heimischen Arten.

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