3.02.2012 12:03
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Deutschland
Verliert Schmallenberg-Virus bald von seiner Gefährlichkeit?
Ein Fall des Schmallenberg-Virus in Stuttgart, gut 200 Kilometer nördlich der Schweizer Grenze, liess auch die hiesige Nutztierbranche aufhorchen. Nun könnte das Virus gemäss Wissenschaftlern von seiner Gefährlichkeit einbüssen. In der Schweiz ist noch kein Fall bekannt.

Obwohl immer wieder neue Fälle gemeldet werden, dürfte gemäss Rolf Allmann, Fachbereichsleiter für Tiergesundheit beim Chemischen und Veterinärs-untersuchungsamt in Münster (D), das Schmallenberg-Virus weniger gefährlich werden.

Immune Muttertiere

Da die Muttertiere zunehmend immun werden, verlangsame sich die Ausbreitung und somit die Anzahl Totgeburten und Missbildungen, schreibt topagrar.com.

Allmann beruft sich auf Erfahrungen mit einem ähnlichem Fall, dem Akabane-Virus. Trächtige Tiere hätten gegen das Virus Antikörper gebildet. Diese seien so immunisiert worden. Offen bleibt, wie lange diese Immunität anhalte.

Das Landesumweltamt vom Nordrhein-Westfalen geht aber davon aus, dass die Anzahl infizierter Tiere in den nächsten Tagen ansteigen wird.

Kein Impfstoff

In der Schweiz will das Bundesamt für Veterinärwesen (Bvet) die Situation weiter beobachten, spezielle Massnahmen sind keine geplant.

Das Virus wird über verschiedene Stechmücken und Gnitzen (Bartmücken) übertragen. In den meisten Fällen verursacht das Virus nur milde fiebrige Erkrankungen bei verschiedenen Wiederkäuern. Dazu kann es zu Milchrückgang und Durchfall führen. Bei einer Trächtigkeit kommt es jedoch über die Placenta zum Übertritt auf den Fötus. Dies kann zu schweren Missbildungen und Störungen im Zentralnervensystem verursachen. Es sind auch Aborte zu beobachten.

Gegen den Virus gibt es weder einen Impfstoff noch eine andere Behandlungsmöglichkeit. Einzig vorbeugende Massnahme ist der Mückenschutz. Die Krankheit ist gemäss dem Bvet nicht meldepflichtig.

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