19.10.2012 06:29
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Medien
LID machte zum Jubiläum einen Sprung in das Jahr 2087
75 Jahre Brückenschlag zwischen Stadt und Land: Der Landwirt-schaftliche Informations-dienst (LID) feierte am Mittwoch das Jubiläum im Rahmen seiner Delegierten-versammlung an der Olma. Im Zentrum stand ein Ausblick auf die Land- und Ernährungs-wirtschaft im Jahr 2087.

Immer mehr Menschen in den Städten wüssten immer weniger über die Land- und Ernährungswirtschaft. Dies habe zur Gründung des LID im Jahre 1937 geführt. Heute sei diese Feststellung aktueller denn je, erklärte LID-Präsident Albert Rösti an der Jubiläumsdelegierten-versammlung, die am 17. Oktober an der Olma in St. Gallen stattfand.

„Bauernhof-Grundwissen“ vermitteln

Der LID gewähre Einblick in die Welt der Bauernhöfe und Nahrungsmittel, schaffe Vertrauen und baue Brücken zwischen Stadt und Land, zwischen Produzenten und Konsumenten. Medienschaffende werden über das Geschehen in der Land- und Ernährungswirtschaft auf dem Laufenden gehalten, Konsumenten und Schülern werde ein „Bauernhof-Grundwissen“ vermittelt.

Statt einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, blickte der LID in die Zukunft: Wie könnte die Land- und Ernährungswirtschaft in 75 Jahren aussehen? Der LID liess drei Agrarjournalisten spekulieren: Mike Wilson aus Illinois, USA, sah im rasanten Bevölkerungswachstum eine der grössten Herausforderungen.

Gentechnik Schlüsselfaktor im Kampf gegen Hunger

Im Jahr 2050 werden 9,5 Mia. Menschen auf der Erde leben – 38 Prozent mehr als heute. Um all diese Menschen ernähren zu können, müsse die Nahrungsmittelproduktion um 70 Prozent gesteigert werden. Wilson, Chefredaktor des Magazins „Farm Futures“, plädierte für eine Stärkung der Kleinbauern in Afrika und Asien. Denn in diesen Regionen sei das Bevölkerungswachstum am stärksten. Die Landwirtschaft müsse zukünftig noch ressourcenschonender wirtschaften.

Gentechnik ist für Wilson ein Schlüsselfaktor im Kampf gegen den Hunger. Diese erlaube die Entwicklung von Kulturen, die ertragreicher und besser ans Klima angepasst sind. Die Automatisierung in der Landwirtschaft schreite weiter voran. Bereits heute gebe es Traktoren, die man mittels Fernbedienung steuern kann. Roboter werden künftig vermehrt Arbeiten auf dem Feld übernehmen.

Schweiz: Landwirtschaft hat kaum mehr Platz

Detlef Steinert, Chefredakteur „dlz agrarmagazin“, prophezeite, dass die Grenzen immer offener werden. Produziert werde künftig dort, wo es am billigsten sei. Steinert beklagte, dass die Agrarforschung in der EU in den letzten 20 Jahren zurückgefahren wurde. Wolle man die künftigen Herausforderungen packen, dürfe die Forschung nicht vernachlässigt werden.

Roland Wyss, Chefredaktor der Fachzeitschrift „Alimenta“, entwarf ein Bild einer Schweiz,in der es für die Landwirtschaft kaum mehr Platz hat, weil die wachsende Bevölkerung immer mehr Fläche beansprucht. Lebensmittel würden gegen Ende des Jahrhunderts zunehmend aus dem Ausland importiert, spekulierte Wyss. Fleisch- und Milchproduktion kämen immer mehr unter Beschuss. Stattdessen würde immer mehr Soja konsumiert.

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